Eine für alles: 112 – die europaweite Notrufnummer

Zugegeben, gegenwärtig sind die Voraussetzungen für Reisen noch schlecht. Doch wer, sobald es wieder guten Gewissens möglich ist, top vorbereitet in den Urlaub fahren und dafür auch die wichtigsten Notrufnummern parat haben möchte, muss sich für Europa nur eine merken: die 112.

Das war jedoch nicht immer so. Viele Jahrzehnte gab es in Europa eine unübersichtliche Vielzahl an Notrufnummern für die verschiedenen Notfalldienste. Erst 1991 einigte sich der EU-Ministerrat auf die 112 als einheitliche Nummer, die in sämtlichen Mitgliedsstaaten gelten sollte – und zwar in Fest- und Mobilnetz.

Die 112 ist kostenlos erreichbar, aus den noch spärlich vorhandenen Telefonzellen kann sie ohne Münzen angewählt werden. Geplant war eigentlich auch, dass diese Nummer sogar von Telefonanschlüssen aus angerufen werden kann, die wegen unbezahlter Rechnungen gesperrt sind. Doch diese Regelung haben nicht alle EU-Mitgliedsstaaten übernommen.

Während die 112 flächendeckend gilt, können auch die bisher in den EU-Staaten üblichen Notrufnummern weiterhin genutzt werden. Neben der 112 gelten die bisher in den einzelnen EU-Staaten üblichen Notrufnummern weiter. Dies ist auch in Deutschland so: Die 112 gilt flächendeckend, daneben bleibt es bei den alten Notfallnummern. Die sind bei uns auch immer noch bekannter: Rund 40 Millionen mal wurde im Jahr 2000 in Deutschland eine Notfallnummer gewählt, nur 15 Prozent der Anrufer nutzten dabei die 112. Übrigens: Bei über der Hälfte aller Anrufe handelte es sich um falschen Alarm.

Notrufnummern in Europa

Land

Verkehrssprachen
 für Anrufe unter 112

Nationale
 Notrufnummern

Österreich

Anrufe werden in deutsch und englisch entgegengenommen.

133 Polizei
 144 Rettungsdienst
 122 Feuerwehr

Belgien

Anrufe werden in niederländisch und je nach Region auch in französisch oder deutsch entgegengenommen.

101 Polizei
 100 Rettungsdienst, Feuerwehr

Dänemark

Anrufe können in dänisch, norwegisch, schwedisch, englisch und deutsch entgegengenommen werden.

-

Finnland

In zweisprachigen Regionen werden Anrufe in finnisch und schwedisch entgegengenommen.

122

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst

Frankreich

Anrufe in grenznahen Regionen können neben französisch jeweils auch in englisch, deutsch oder spanisch entgegengenommen werden.

17 Polizei
 18 Feuerwehr
 15 Rettungsdienst

Deutschland

Anrufe werden in deutsch entgegengenommen.

110 Polizei

Griechenland

Anrufe werden in griechisch, englisch und französisch entgegengenommen.

100 Polizei
 199 Feuerwehr
 166 Rettungsdienst

Irland

Anrufe werden in englisch entgegengenommen.

999

Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst

Italien

Anrufe werden in italienisch and englisch entgegengenommen.

115 Feuerwehr
 118 Rettungsdienst
 113 Polizei
 112 Carabinieri

Luxemburg

Anrufe werden in luxemburgisch, deutsch, französisch und englisch entgegengenommen.

113 Polizei

Niederlande

Anrufe werden in niederländisch und englisch entgegengenommen.

-

Portugal

Anrufe werden in portugiesisch, spanisch, englisch und französisch entgegengenommen.

-

Spanien

Anrufe werden in spanisch sowie in in Tourismusregionen auch in englisch, französisch oder deutsch entgegengenommen.

091 Polizei
 061 Rettungsdienst
 080 Feuerwehr

Schweden

Anrufe werden in schwedisch und englisch sowie in manchen Regionen auch in deutsch, französisch, finnisch und spanisch entgegengenommen.

114 14 Polizei
 (kein Notruf)

Vereinigtes Königreich

Anrufe in Wales werden in walisisch entgegengenommen.

999

Island

Anrufe werden in isländisch, nordischen Sprachen und englisch entgegengenommen. (Übersetzungsservice ebenfalls erhältlich)

-

Liechtenstein

Anrufe werden in deutsch und englisch entgegengenommen.

144 Rettungsdienst
 118 Feuerwehr
 117 Polizei

Norwegen

112 Polizei
 Anrufe werden in norwegisch und englisch entgegengenommen.

110 Feuerwehr
 113 Rettungsdienst

>> Eine Aufstellung aller Notrufnummern aus ganz Europa (in englischer Sprache)

Übrigens: Den BAVC-Pannennotruf erreichen Sie wie gehabt unter:
+49 (0)561 7016 5861 – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, weltweit.

Europäische Krankenversicherungskarte

Noch eine Sorge weniger bei Reisen ins europäische Ausland haben Sie mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK). Falls Sie medizinische Notfallversorgung benötigen sollten, erleichtert diese Karte die Formalitäten bei der späteren Kostenerstattung für Leistungen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge.

Die EKVK erhalten Sie kostenlos bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung. Sie gilt während eines vorübergehenden Aufenthalts in einem der 27 EU-Länder, außerdem in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Die Karte erleichtert Ihnen den Zugang zu medizinisch notwendigen Leistungen des öffentlichen Gesundheitswesens, und zwar zu denselben Bedingungen und Kosten (in einigen Ländern kostenlos) wie für die Versicherten des jeweiligen Landes. Eingeschlossen sind dabei u.a. auch Leistungen in Verbindung mit chronischen oder bestehenden Krankheiten oder im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt.

Da die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder unterschiedlich sind, garantiert die EKVK keine kostenlose Behandlung im europäischen Ausland. So ist es möglich, dass Leistungen, für die Sie Deutschland nichts bezahlen müssen, in anderen Ländern kostenpflichtig sind.

Die EKVK ist kein Ersatz für eine Reiseversicherung. Sie deckt weder Leistungen der privaten Gesundheitsversorgung noch andere Kosten, die Ihnen entstehen könnten – etwa für den Rückflug im Krankheitsfall in Ihr Heimatland oder für die Wiederbeschaffung verlorenen oder gestohlenen Eigentums. Solche Leistungen bietet z.B. der BAVC-Mobilschutz EURO. Überdies deckt die EKVK auch nicht die Kosten für eine Reise, die speziell zum Zweck einer medizinischen Behandlung unternommen wird.

>> Weitere Informationen

 

 

 


Foto: peterschreiber.media

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Fußgängersicherheit

Ein über 65-Jähriger Fußgänger wird in der dunkleren Jahreszeit nach einsetzender Dämmerung von einem Pkw erfasst und schwer verletzt. Dieses Szenario enthält alle so ziemlich Risikofaktoren, die für Unfälle mit Fußgängern typisch sind. Laut der Destatis-Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes starb 2019 alle 21 Stunden ein Fußgänger im Straßenverkehr. Ist das Schicksal oder lässt sich dagegen etwas unternehmen?

Auf eigene Sichtbarkeit achten

Zu einem gewissen Grad haben es Fußgänger selbst in der Hand, wie sicher sie bei Dunkelheit unterwegs sind. Wer bei schlechten Licht- und Sichtverhältnissen dunkle Kleidung trägt, wird später wahrgenommen und zwar erst dann, wenn ihn das Scheinwerferlicht der Autos erfasst. Und das sind rund 25 Meter. Aus diesem Grund empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), helle Kleidung zu tragen.

Bei Dunkelheit deutlich besser sichtbar ist, wer helle oder retroreflektierende oder fluoreszierende Kleidung trägt. Retroreflektierendes Material, das in Mantel, Jacke, Mütze oder Rucksack eingearbeitet ist, wirft das Licht in die Richtung zurück, aus der es kommt. Auch Reflektorbänder, an Armen oder Beinen getragen, sorgen für bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit.

Auf Nummer sicher gehen

Gut beraten ist auch, wer sich nicht auf die Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer verlässt und schlecht einsehbare Stellen meidet. Statt aus Lücken zwischen parkenden Autos heraus zu versuchen, die Straße zu überqueren, ist es wesentlich sicherer, dafür Ampeln, Fußgängerüberwege und Zebrastreifen zu nutzen. Auch Blickkontakt mit den anderen Verkehrsteilnehmern und Handzeichen sind hilfreich, um gut rüber zu kommen.

Ablenkung vermeiden

Wer zu Fuß unterwegs ist und per Headset telefoniert, hat zwar die Hände frei, ist aber trotzdem abgelenkt. Eine eigene Fußgängerspezies sind die sogenannten Smombies (Smartphone-Zombies). Getrieben von der permanenten Angst, etwas zu verpassen, starren sie auch im Gehen auf ihr Gerät. Dabei sind sie erwiesenermaßen einer ganz anderen Gefahr ausgesetzt: einem höheren Unfallrisiko. Dass wir Menschen nur begrenzt multitaskingfähig sind, weiß vermutlich jeder aus eigener Erfahrung. Im Straßenverkehr kann das allerdings zu einer echten Gefahr werden.

Was kann die Unfallforschung beitragen?

Fußgängerunfälle bleiben das Stiefkind in den Gremien der Unfallforschung. Dieses Fazit zieht das Transportation Research Board (TRB). Das Hauptproblem wird darin gesehen, dass Fußgänger gemeinsam mit Rad- und Motorradfahrern in einen Topf geworfen werden. Sie alle zählen zur Gruppe der besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmer.

Wird das Augenmerk jedoch stärker auf alle spezifischen Faktoren von Unfällen mit Fußgängern gelegt, lassen sich auch gezielter Maßnahmen entwickeln, um Unfallhäufigkeit und -schwere zu mindern. Denn das Unfallgeschehen jeder dieser drei Gruppen hat seine Besonderheiten. So kann eine Einzelbetrachtung auch dem ambitionierten Ziel der Vision Zero neue Impulse geben: auch im Straßenverkehr die Zahl der Unfälle auf Null zu senken.

Neue Unfallmuster erkennen

Die Arbeit der Unfallforschung der Versicherer (UDV) geht genau in diese Richtung. Sie analysierte einen repräsentativen Ausschnitt aller Haftpflichtschäden aus den Jahren 2002 bis 2012, die in der Unfalldatenbank der Deutschen Versicherer gespeichert sind.

Die in diesem Datenpool enthaltenen 390 Pkw-Fußgänger-Unfälle belegten einerseits, dass mit einem Anteil von 59 Prozent Frontalkollisionen ein häufiges Unfallmuster sind. Dieses wird bei der Fahrzeugentwicklung, etwa in der Gestaltung der Frontpartie, bereits seit Jahren berücksichtigt. Es zeigten sich aber auch andere Unfallmuster, die sich mittels verfügbarer Technik entschärfen ließen: Kollisionen beim Rückwärtsfahren.

Risiken identifizieren

Zwar handelt es sich nur in 17 Prozent aller Pkw-Fußgänger-Unfälle um Unfälle beim Rückwärtsfahren. In 63 Prozent der Fälle waren die beteiligten Fußgänger jedoch 69 Jahre und älter. Der Anteil der dabei Schwerverletzten betrug mit 35 Prozent kaum weniger als bei Unfällen mit Frontalkollision (44 Prozent).

Eine Betrachtung der Zahl der Schwerverletzten nach Altersgruppen zeigte ebenfalls eine Auffälligkeit: Bei Heckkollisionen waren 86 Prozent der Schwerverletzten 70 Jahre und älter. Bei den Schwerverletzten durch Frontkollision betrug der Anteil der über 70 Jährigen nur 28 Prozent. Eine plausible Erklärung für diese Auffälligkeit dürfte das hohe Alter und die damit einhergehende höhere Verletzlichkeit der Unfallopfer sein. Es zeigt sich also: Rückwärtsfahrende Pkw stellen vor allem für ältere Fußgänger ein fatales Risiko dar.

Lösungen finden

Im vorliegenden Fall ist bereits alles vorhanden. Es muss nur sinnvoll verknüpft werden: Systeme zur Fußgängerfrüherkennung, ein Bremsassistent fürs Rückwärtsfahren oder auch eine geringere Mischung der Verkehre können dazu beitragen, das Unfallrisiko zu verringern.

Der Wunsch, Vision Zero Wirklichkeit werden zu lassen, steht und fällt also mit der Bereitschaft und Fähigkeit, Risiken zu erkennen, zu verstehen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie sich dabei zeigt, können manchmal ganz einfache Dinge fatale Folgen vermeiden helfen: langsames, kontrolliertes Rückwärtsfahren zum Beispiel.

 

 

 


Foto: vbaleha

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Das ändert sich 2021 im deutschen Straßenverkehr

Das neue Jahr bringt eine Reihe von Änderungen für den Straßenverkehr mit sich – höhere Kfz-Steuer, geänderte Regionalklassen, neuer Kostenfaktor für den Spritpreis und die Bemessung der Pendlerpauschale – um nur einige zu nennen. Näheres dazu erfahren sie hier.

Kein Kompromiß bei gescheiterter StVO-Novelle

Der Streit um die im April 2020 erlassene StVO-Novellierung geht weiter. Die Umsetzung der angezogenen StVO ist bisher aufgrund eines Formfehlers gescheitert. Die Bemühungen im Bundesrat Ende des Jahres einen Kompromiss herbeizuführen scheiterten, so dass vorerst die Bußgeldsätze der neuen StVO weitestgehend außer Kraft gesetzt wurden. An ihre Stelle treten die alten Regelungen.

Die angepasste StVO samt höheren Bußgeldern und härteren Strafen für Raser sollte seit dem 28. April 2020 für striktere Regelungen im Straßenverkehr sorgen. Jedoch wurde sie Anfang Juli 2020 aufgrund eines Formfehlers in Teilen wieder außer Kraft gesetzt. Grund: Das sogenannte Zitiergebot des Grundgesetzes wurde verletzt. Bei Erlass einer Verordnung muss angegeben werden, auf welcher Rechtsgrundlage der Verordnungsgeber gehandelt hat.

Es ist schon verwunderlich, dass dieser Formfehler überhaupt vorkam, da bereits in der jüngeren Vergangenheit solche Formfehler die Novellierung der StVO beeinflusst haben. Mit einer Entscheidung aus dem Jahr 1999 stellte das Bundesverfassungsgericht bereits fest, dass die Verordnung gegen das Zitiergebot verstoße. Zudem wurde eine Verordnung, die durch den ehemaligen Verkehrsminister Peter Ramsauer initiiert wurde, wegen Formfehler im Jahr 2009 aufgehoben. So sollte man doch meinen, dass man aus Fehlern lernt, aber falsch gedacht. Also geht es fast schon traditionell weiter.

Der (Noch-)Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Amtskollegen der Bundesländer streiten fleißig weiter, wie die Änderungen der StVO-Novelle aussehen könnte. Insbesondere die Erhöhung der Strafen für Temposünder stehen dabei in der Debatte.

Die folgenden Tatbestände in der StVO-Verordnung dürften nach Meinung von Rechtsexperten ungültig und nicht mit einem Fahrverbot geahndet werden:

  • Geschwindigkeitsüberschreitung 21 – 30 km/h innerorts
  • Geschwindigkeitsüberschreitung 26 – 40 km/h außerorts
  • Nichtbilden der Rettungsgasse trotz stockenden Verkehrs
  • Befahren der Rettungsgasse durch Unbefugte
  • Gefährliches Abbiegen

Es empfiehlt sich in diesen Fällen einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu konsultieren, um gegen Bußgeldbescheide vorzugehen. Wichtig ist, dass Sie die 14-tägige Frist für den Einspruch beachten, da ansonsten keine Chancen bestehen dem Bußgeldbescheid entgegenzuwirken.

Gaffen wird stärker sanktioniert

Waren bisher nur lebende Personen vor bloßstellenden Aufnahmen geschützt, kann künftig auch das Fotografieren und Filmen von Toten unter Strafe gestellt werden. Bis zu zwei Jahre Haft oder hohe Geldstrafen drohen künftig Gaffern, die ihr Smartphone zücken und draufhalten.

Höhere Kfz-Steuer

Als Maßnahme im Zuge des Klimapakets erhöht sich die Kfz-Steuer. Gedacht als Kaufanreiz für verbrauchs- und emissionsärmere Autos, wird der CO2-Aufschlag künftig stärker gewichtet. Die Hubraumbesteuerung bleibt als zweite Säule der Kfz-Steuer-Bemessung unverändert bestehen. Die verschärfte CO2-Komponente greift ab einem CO2-Ausstoß von 96 g Kohlendioxid pro Kilometer und erhöht sich ab einem Emissionswert von 116 g / Kilometer stufenweise. Bei großvolumig motorisierten Pkw mit entsprechend hohem CO2-Ausstoß kann diese Maßnahme mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen. Im Schnitt beträgt die Erhöhung ca. 16 €.

Pkw-Halter, deren Fahrzeug weniger als 95 g / km CO2 ausstoßen, werden lediglich anhand des Hubraums besteuert. Sie sind genauso wenig vom dem CO2-Aufschlag betroffen wie alle anderen Autofahrer, deren Fahrzeuge vor 2021 zugelassen wurden. Neben der Erhöhung des CO2-Steueranteils hat die Bundesregierung auch die vollständige Steuerbefreiung für emissionsfreie Elektroautos bis 2030 angekündigt.

StufeCO2-Prüfwert (WLTP) in g/kmSteuersatz in Euro je g/km
1über 95 bis 1152,00
2über 115 bis 1352,20
3über 135 bis 1552,50
4 über 155 bis 1752,90
5über 175 bis 1953,40
6 über 195 4,00

Quelle: Zoll.de

Höhere Spritpreise

Kannten die Spritpreise 2020 eigentlich nur eine Richtung: nach unten, wird es ab Jahreswechsel um etwa 7 bis 8 Cent je Liter Benzin oder Diesel teurer. Hintergrund ist die vom Bundestag im Oktober 2020 beschlossene Erhöhung des CO2-Preises im Verkehr. Während der Emissionshandel 2021 mit einem fixen Preis von 25 € je Tonne CO2 beginnt, steigt dieser Preis bis 2025 auf 55 € je Tonne.

Der (Heiz-)Ölpreis ist ebenfalls von dieser Preisanhebung betroffen. Entlastung ist hingegen beim Strompreis zu erwarten. So hat die Bundesregierung in Aussicht gestellt, ab 2021 die Stromkosten als Gegengewicht zur neuen CO2-Bepreisung zu senken. Das Prinzip dahinter: Steigen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung, wird der Strompreis weiter gesenkt. Auch Wohngeldempfänger werden ab 2021 bei den Heizkosten unterstützt.

Änderungen bei der Pendlerpauschale

Ab 2021 wird ab dem 21. Kilometer die Pendlerpauschale von 30 auf 35 Cent pro Kilometer erhöht. Ab 2024 wird die Pauschale um weitere drei Cent auf insgesamt 38 Cent je Kilometer erhöht. Das Ganze ist befristet bis Ende 2026 und als Ausgleich für die höheren Spritkosten im Zuge der CO2-Bepreisung gedacht. Ebenfalls neu dabei: Die Pauschale können nicht nur Autofahrer in Anspruch nehmen, sondern sie gilt für den Arbeitsweg – unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel.

Mehrwertsteuersatz und Umweltbonus

Die als Konjunkturhilfe gedachte Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 16 % wird zum Jahresanfang 2021 wieder rückgängig gemacht. In der Absicht verständlich, in der Praxis aber vielfach sehr aufwändig zu handhaben, hat sich diese Maßnahme nicht überall großer Beliebtheit erfreut. Wer jedoch größere Anschaffungen plant, z.B. einen Autokauf, sollte dies noch 2020 erledigen. Wer sich ein E-Auto zulegen möchte, kann dabei sogar zweifach profitieren, denn der Umweltbonus für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge wird noch bis Ende 2025 gewährt.

Innovationsprämie

Das am 9. Oktober 2020 beschlossene Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung beinhaltet darüber hinaus auch eine Erhöhung der Umweltboni für Elektroautos, die jetzt bis Ende 2025 gewährt werden. Mit dieser Innovationsprämie wird der Bundesanteil an der Förderung verdoppelt. Von der Innovationsprämie profitieren folgende Elektrofahrzeuge:

  • Neuwagen, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden,
  • Gebrauchtwagen, die erstmalig nach dem 4. November 2019 oder später zugelassen wurden und deren Zweitzulassung nach dem 3. Juni 2020 erfolgt ist.

Mit der neuen Richtlinie wird beim Leasing die Höhe der Förderung abhängig von der Leasingdauer gestaffelt. Leasingverträge mit einer Laufzeit ab 23 Monaten erhalten weiterhin die volle Förderung. Bei kürzeren Vertragslaufzeiten wird die Förderung entsprechend angepasst.

Weitere Informationen zur Höhe der Fördersummen und zur Beantragung gibt es auf der BAFA-Website (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontolle).

Recht auf Wallbox jetzt amtlich

Nachdem der Bundestag einem entsprechenden Gesetzesentwurf des Bundesrates zugestimmt hat, haben nun Mieter und Wohnungseigentümer künftig einen Anspruch auf den Einbau einer Ladestation für Elektroautos. Bisher scheiterte der Einbau häufig an der fehlenden Zustimmung der Miteigentümer oder Vermieter.

Neue HU-Plakette

Wer auf seinem Nummernschild eine gelbe HU-Plakette spazieren fährt hat, muss 2021 zur Hauptuntersuchung. Erfolgreiches Bestehen wird mit einer rosa Plakette quittiert, die dann die Pflicht zur Wiedervorstellung 2023 signalisiert.

Änderungen bei Typklassen der Kfz-Versicherung

Die einen werden sich freuen, die andern werden etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Änderung der Typklassen in der Kfz-Versicherung, die 2021 ansteht, sortiert 4,6 Mio. Autofahrer in eine günstigere und 6,1 Mio. Autofahrer in einer teurere Typklasse um. Für das Gros der Autofahrer hingegen, rund 30,6 Millionen, ändert sich nichts.

OPFEP – Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung

Künftig soll es zehn Minuten länger dauern bis das Urteil fällt: bestanden oder nicht bestanden. Genau genommen verlängert sich die Fahrzeit der praktischen Prüfung um fünf Minuten. Die restlichen fünf Minuten sollen für ein ausführliches Resümee zur gezeigten Leistung und für die Einschätzung der Fahrkompetenz im Anschluss an die Prüffahrt verwendet werden. Das Ganze soll es zusätzlich auch schriftlich geben – unabhängig vom Ausgang der Prüfung. Diese Maßnahme soll dem erhöhten Unfallrisiko von Fahranfängern entgegenwirken.

Automatikregel

Das Datum ist etwas unglücklich gewählt, das Ganze aber dennoch ernst gemeint: Ab 1. April 2021 soll die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geplante Automatikregel ihr segensreiches Wesen entfalten dürfen. Damit soll es künftig möglich sein, die praktische Fahrprüfung mit einem Auto mit Automatikgetriebe zu absolvieren, ohne dass dann die Fahrerlaubnis, sofern sie denn erteilt wird, auf das Fahren von Pkw mit Automatikgetriebe beschränkt wird.

Digitalradio-Pflicht für Neuwagen

Die Pflicht, alle Neuwagen mit digital-terretrischem Radioempfang auszustatten, gilt bereits ab/seit 21. Dezember 2020. Ihr unterliegen die Kfz-Hersteller aller EU-Mitgliedsstaaten.

OBFCM - Meldepflicht für Kraftstoffrealverbrauch

2021 scheint auch das Jahr kryptischer Kürzel zu werden. OBFCM steht für „On-Board Fuel Consumption Meter“ zu deutsch „eingebaute Treibstoff-Realverbrauchsanzeige“. Ab Jahresbeginn 2021 ist die Software, die den Kraftstoff- bzw. Energierealverbrauch des jeweiligen Fahrzeugmodells aufzeichnet, dann Pflicht für alle Fahrzeuge, die zum ersten Mal zugelassen werden. OBFCM ist als Korrektiv für die teilweise unrealistisch niedrigen Verbrauchsangaben der Hersteller gedacht.

Günstigere Ersatzteile

Das Nachbauverbot für sichtbare Autoersatzteile gilt ab 2021 nicht mehr. Bisher waren sie ein Privileg des jeweiligen Fahrzeugherstellers, Preisvorgabe inklusive. Aber nicht zu frühr freuen: Weil das Gesetz nur für Ersatzteile gilt, für die nach dessen Inkrafttreten Kopierschutz angemeldet wurde, kann es mit den günstigeren Bauteilpreisen für die Endkunden noch ein Weilchen dauern.

Verlängerte Verkaufsfrist für Motorräder mit Euro-4-Norm

Corona hinterlässt auch bei EU-Verordnungen Bremsspuren: War für Verkauf und Zulassung von Motorrädern geplant, dies ab 2021 nur noch für Modelle zu gewähren, die die EURO-5-Norm erfüllen, wurde dieser Termin um ein Jahr verschoben: Bereits hergestellte Motorräder, die nicht der neuen Euro-5-Abgasnorm entsprechen, dürfen in Europa ein weiteres Jahr zum Verkauf angeboten werden.

 

 

 


Foto: ako photography

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Was können E-Fuels leisten?

  • Verkehr | Technik:
    - Gebrauchter Stromer gefälltig?
    - Strengere Regeln für Zulassung neuer Kfz-Typen
  • Sicherheit:
    - Panne mit E-Auto: Alles Routine?
  • Verkehrsrecht:
    - Die fiktive Abrechnung - Medaille mit zwei Seiten
    - StVO-Novelle Radfahrer

Sechzig Jahre Leitplanken – eine Zwischenbilanz

Premiere feierten sie 1955 am Ruhrschnellweg. Dort wurden die ersten Stahlschutzplanken installiert. Seit nunmehr sechzig Jahren ist die „Leitplanke“ fester Bestandteil im Straßenbau. Ihre Aufgabe: Das Schlimmste zu verhindern. Erfolgreich? Im Prinzip schon. Aber es gibt noch einiges zu tun.

Vorrangiger Zweck passiver Schutzeinrichtungen, zu denen Stahl- wie Betonsysteme zählen, ist es, Verkehrsteilnehmer vor Gefahren zu bewahren, die sich dahinter befinden. Wie das System beschaffen ist, richtet sich dabei nach den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort, erklärt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeug- und Verkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Verwendet werden muss ein System mit einer der Gefahr entsprechenden „Aufhaltestufe“.

Steigende Anforderungen

Soweit die Theorie. Für die Praxis bedeutet das, dass die Leitplanken sich kontinuierlich den Gegebenheiten anpassen müssen, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Wog in den 1970er Jahren ein VW 1600 Variant gerade mal 1.000 Kilo, so bringt sein moderner Nachfahre, der Passat, bereits 1.400 Kilo Gewicht auf die Straße und in Bewegung. Im Lkw-Verkehr sieht es ähnlich aus. Die Zunahme an Gewicht und Geschwindigkeit verlangt den Schutzplankensystem heute weit mehr ab als zu Wirtschaftswunderzeiten.

Heute sind moderne Systeme in der Lage, es mit der Schwungmasse von 40-Tonnern aufzunehmen und diese so umzuleiten, dass keine Menschen zu Schaden kommen. Ein weiteres Kriterium für den Erfolg der Systeme: Sie müssen wartungsfreundlich und leicht zu installieren sein. So ist z.B. eine Drei-Mann-Kolonne heutzutage in der Lage, 30 bis 35 Meter Leitplanke pro Stunde zu errichten.

Verletzungsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer reduzieren

Die Leitplankentechnik stetig zu verbessern, ist Aufgabe der Systemanbieter, von denen es rund 40 bis 60 in Deutschland gibt. Und sie ist eine Daueraufgabe. Denn was für Pkw und Lkw tadellos funktioniert, kann für Motorradfahrer zur tödlichen Falle werden: Insbesondere die Metallpfosten, die die Planken tragen, stellen ein enormes Verletzungsrisiko dar. Motorradfahrer, die von ihrer Maschine stürzen, mit ihrem Körper über die Straße schlittern und gegen einen dieser Pfosten prallen, tragen mitunter schwerste oder gar tödliche Verletzungen davon, darunter abgerissene Gliedmaßen oder gar Enthauptungen.

So wird derzeit u.a. an Speziallösungen geforscht, die einen wirksamen Schutz gegen das Durchrutschen von Motorrädern, aber auch von Cabrios unter der Planke bieten. Entsprechende Unterfahrschutzlösungen sind bereits im Einsatz und helfen Leben zu retten.

"Leidplanken" entschärfen

Eine Initiative, die sich zur Aufgabe gemacht hat, auf Gefahrenstellen für Motorradfahrer hinzuweisen und diese baulich verändern zu lassen, ist MEHRSi. Vor über 17 Jahren hat die Initiative damit begonnen, Unfallstellen zu lokalisieren und dann im Marsch durch die Instanzen der unterschiedlichsten Zuständigkeiten von 16 Bundesländern, Kreisen, Gemeinden, Kommunen, Städten bis hin zu den Straßenmeistereien auf deren Entschärfung zu drängen, unterstützt von Opfern und Angehörigen. Offenbar mit Erfolg. Denn: „Bis zur ‚Entschärfung‘ bedarf es Leidenschaft und Hartnäckigkeit. Da MEHRSi aber über die Jahre ‚Dauergast‘ geworden ist, beschleunigt das gewonnene Vertrauen die Prozesse“, so die Initiative, eine gemeinnützige GmbH, auf ihrer Website.

Vorher: Leitplanke an Gefahrenstelle - noch ohne Unterfahrschutz

Leitplanke ohne Unterfahrschutz
Quelle: mehrsi.org

Nachher: Leitplanke an Gefahrenstelle - mit Unterfahrschutz

Leitplanke mit Unterfahrschutz
Quelle: mehrsi.org

So werden auch in den nächsten 60 Jahren verbesserte Leitplanken nicht allein dazu beitragen können, die Zahl der Unfälle zu verringern. Aber sie werden weiterhin helfen, die Unfallschwere zu mindern.

Mehr zu diesem Thema u.a. auf mehrsi.org

 

 

 


Foto: Zhao jiankang

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Autonomes Fahren - Stand der Dinge

Würden Sie nicht auch lieber etwas lesen, einen Film schauen oder sich Ihren Passagieren an Bord widmen, statt Ihr Auto durch das tägliche Stop-and-Go zu steuern? In Bus und Bahn war das eigentlich schon immer möglich, aber auch Autofahrer sollen das in nicht allzu ferner Zukunft tun können. In den USA sind die diesbezüglichen Entwicklungen denen hierzulande ein bis zwei Jahre voraus. U.a. weil die rechtlichen Rahmenbedingungen dort bereits mehr zulassen als in Deutschland. So nutzen auch deutsche Autobauer die Möglichkeiten, ihre Technologien im Ausland voranzutreiben. Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn nicht gelten würde: Safety first.

Fortschritt trifft Skepsis

Umfragen in Deutschland zufolge trauen noch immer rund 45 Prozent der Befragten den technologischen Bestrebungen mit dem Ziel des autonomen Fahrens nicht über den Weg. Berichte aus den USA über ausgebrannte Teslas, die, vom Fahrer auf Autopilot geschaltet, in die Katastrophe gerauscht sind, helfen nicht gerade, dieses Misstrauen zu zerstreuen. Dabei zeigen aktuelle Unfallstatistiken, dass Assistenzsysteme dazu beitragen, die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzen oder Toten zu verringern.

Es spricht also viel dafür, dieser technologischen Entwicklung zu vertrauen, vor allem, wenn man bedenkt, dass bei 90 Prozent aller Unfälle menschliches Versagen die Ursache ist. Dennoch wird das autonome Fahren nicht über Nacht kommen. So rechnet z.B. die Prognos-Studie von 2018 zu dem Thema damit, dass sich auch bis weit ins 21. Jahrhundert hinein konventionelle und autonom fahrende Fahrzeuge die Straßen teilen werden.

Wann sind wir endlich da?

Das optimistische Szenario der Prognos-Studie geht von folgenden Zeiträumen und Entwicklungsstufen aus:

  • Anstieg des Anteils der Neufahrzeuge mit Autobahnpilot (komplette Übernahme der Fahraufgabe) von 2,4 Prozent im Jahr 2020 auf 70 Prozent im Jahr 2050.
  • Ab 2030: Einführung von Fahrzeugen mit Citypilot (komplette Übernahme der Fahraufgabe auf Autobahn und im Stadtverkehr).
  • Nach 2040: Größeres Angebot an Fahrzeugen, die komplett autonom von Tür zu Tür fahren können und auch auf Landstraßen die Fahraufgabe komplett übernehmen.

Vorreiter und Pilotprojekte

Als Technologieführer gilt zurzeit das US-Unternehmen Waymo, ein Tochterunternehmen des milliardenschweren Technologie-Konzerns Alphabet, zu dem auch der Internet-Gigant Google gehört. Waymo bietet bereits einen Roboter-Taxi-Service in einem Vorort von Phoenix in Arizona an. In den Fahrzeugen sitzt, als vertrauensbildende Maßnahme, ein Fahrer hinter dem Steuer, aber nur passiv. Denn Roboter-Taxis sind inzwischen so zuverlässig, dass der Fahrer statistisch nur 0,09 Mal pro 1.000 gefahrene Kilometer eingreifen muss.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich der kommerzielle Erfolg der Roboter-Taxis derzeit noch in Grenzen hält. Laut Manager-Magazin benötigte das Unternehmen ab Start des kommerziellen Betriebs sechs Monate, um das Vertrauen von 1.000 regelmäßigen Kunden zu erwerben. Auch ein Hinweis auf die offensichtlich nicht nur hierzulande bestehende Technikskepsis.

Doch auch deutsche Unternehmen wie Bosch und Daimler testen in den USA bereits Technik für selbstfahrende Autos in einem App-basierten Mitfahrservice. So kann sich seit Dezember 2019 im Silicon Valley ein ausgewählter Nutzerkreis per selbstfahrendem S-Klasse-Mercedes von West-San-José ins Zentrum chauffieren lassen. Der Wagen wird per App zum Abholort gerufen und fährt dann, ebenfalls mit einem passiven Sicherheitsfahrer am Steuer, zu einem vorab festgelegten Ziel im Herzen der kalifornischen Metropole.

Die Projektbeteiligten erhoffen sich Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von serientauglichen Systemen für automatisiertes Fahren. Gleichzeitig gehen sie dabei aber auch der Frage nach, wie sich selbstfahrende Autos in ein intermodales Mobilitätssystem mit öffentlichem Personennahverkehr und Car Sharing einbinden lassen.

In Japan wird derweil ebenfalls in großen Dimensionen gedacht. So hat z.B. Toyota-Chef Akio Toyoda im Januar 2020 auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas angekündigt, eine experimentelle Stadt der Zukunft in Japan bauen zu wollen, eine „Woven City“, um Technologien wie das autonome Fahren verstärkt in realen Umgebungen zu testen.

Die Länder im Vergleich

Wie gut einzelne Länder für die Revolution der Beförderung gewappnet sind, darüber gibt der Autonomous Vehicles Readiness Index (AVRI) 2019 Auskunft. Er vergleicht und bewertet 25 Länder anhand ihrer Voraussetzungen in den Bereichen Politik/Gesetzgebung, Technologie/Innovation, Infrastruktur und Kundenakzeptanz.

So rangieren auf Platz 1 die Niederlande, wie bereits 2018, gefolgt von Singapur, Norwegen, USA und Schweden. Deutschland belegt Platz 8. Dem Bericht zufolge steht die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes in einem engen Zusammenhang mit der Bereitschaft für autonome Fahrzeugtechnologien. Als weitere wichtige Faktoren werden ein ausgezeichneter Zustand der Straßen, ein gut ausgebautes Mobilnetz sowie Investitionen und Innovationen durch die Privatwirtschaft benannt. Also auch in diesen Punkten scheint es in Deutschland noch etwas Nachholbedarf zu geben, um ganz vorne mitzuspielen.

Deutschland auf Autopilot

Um die unterschiedlichen Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahren besser unterscheiden zu können, hat sich die Society of Automotive Engineers (SAE), deutsch der Verband der Automobilingenieure, auf ein fünfstufiges System verständigt.

Menschlicher Fahrer kontrolliert Fahrumgebung (Stufe 0 bis 2):

  • Stufe 0: Assistenzloses Fahren („Driver only“)
  • Stufe 1: Assistiertes Fahren
  • Stufe 2: Teilautomatisiertes Fahren

Automatisches Fahrsystem kontrolliert Fahrumgebung (Stufe 3 bis 5):

  • Stufe 3: Hochautomatisiertes Fahren (HAF)
  • Stufe 4: Vollautomatisiertes Fahren (VAF)
  • Stufe 5: Autonomes Fahren (AF)

Wie u. a. die Tests von Daimler und Bosch in den USA zeigen, ist die Industrie technologisch schon beim autonomen Fahren angekommen. In der Praxis befinden wir uns jedoch noch auf einer der Vorstufen zum echten autonomen Fahren. Seit 2017 sind Fahrsysteme der Stufe 3 in Deutschland zugelassen.

Noch 2020 werden die ersten HAF-Fahrzeuge (mit Systemen zum hochautomatisierten Fahren) im Straßenverkehr auftauchen. Diese Fahrzeuge sind in der Lage, die Fahrt, zunächst auf Autobahnen, nahezu komplett zu übernehmen. Ein HAF-System ist ausreichend intelligent, um Standardsituationen allein zu bewältigen: Es kann lenken, bremsen und vor kritischen Situationen warnen. Die Verantwortung bleibt jedoch komplett beim Fahrer. Entsprechend ist das System so ausgelegt, dass der Fahrer jederzeit eingreifen kann. Ist der Automatikmodus aktiviert, kann der Fahrer seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden, er muss jedoch ansprechbar bleiben. Überdies muss ihm das System genügend Zeit lassen, reagieren und eingreifen zu können.

Diese Bedingungen setzen der Fahrgeschwindigkeit im Automatikmodus der Stufe 3 gewisse Grenzen. Aber auch autonomes Fahren der Stufe 5 dürfte sich eher im Geschwindigkeitsbereich von 130 km/h abspielen als bei Tempo 200 oder höher. Denn der damit einhergehende technische Aufwand wäre immens und auch wirtschaftlich unrentabel. In den meisten Ländern gelten bereits heute Tempolimits um die 130 km/h. Sollte Deutschland bis dahin kein Tempolimit haben. Spätestens mit Beginn der Ära des autonomen Fahrens dürfte es unausweichlich sein.

Teststrecken in Deutschland

Auch hierzulande wird Technik für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge getestet. Ein digitales Testfeld dafür wurde auf der A9 in Bayern eingerichtet.

Bei einem Teststrecken-Projekt in Hamburg sind Ampeln und eine Brücke mit Technik bestückt, mit der sie Informationen an Fahrzeuge senden können. In Berlin wurde die 3,6 Kilometer lange Strecke zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz mit entsprechender Technik ausgerüstet. Dort sollen auch per Computer gesteuerte Testwagen fahren, lediglich mit einem passiven Fahrer besetzt, der im Notfall eingreifen kann.

In Niedersachsen entsteht derzeit ein Testfeld des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) . Dort sollen automatisierte und vernetzte Fahrzeuge erprobt sowie Fahrverhalten und Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden.

In Berlin startete bereits 2016 das weltweit erste Smart-Parking-Projekt. Es ging der Frage nach, wie sich Parkraumnutzung und Parksuchverkehr radargestützt und per Echtzeitnavigation optimieren ließen. (Wir berichteten.)

Wo hakt es noch?

Vor allem rechtliche Aspekte sind zu klären: Wer haftet im Falle eines Unfalls: Der Fahrzeughersteller, der Software-Anbieter, der Infrastrukturbetreiber? Wie entscheiden die Systeme in Gefahrensituationen? Wie sicher können und müssen sie sein? Wie können sie gegen Hackerangriffe geschützt werden? Die Debatten aller in diese Fragen Involvierten – u.a. Autoversicherer, Ethiker, Kommissionen – haben aber gerade erst begonnen.

Und dann gibt es noch die anspruchsvollen technischen Probleme, die ihrer Lösung harren. Während der Autobahn- und Stadt-Verkehr technisch weitgehend bewältigbar scheint, lauern echte Herausforderungen offenbar noch auf der Landstraße, dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

So wurde ein Modellprojekt, das gerade in Osnabrück getestet wird, in Mecklenburg-Vorpommern vorerst gestoppt. Hubi, der kleine autonom fahrende Bus, funktioniert auf dem Land nicht. Während Hubi in Osnabrück seine Fahrgäste brav und zielgenau über die öffentlichen Straßen kutschiert, streikt er auf dem platten Land. Grund: Ihm fehlen die Gebäude an den Straßenrändern, an denen er sich mit seinen Sensoren entlanghangeln kann. Bäume und Sträucher reichen offensichtlich nicht. Somit ist diese Technik bisher nur innerorts nutzbar. Und für die Entwickler und Ingenieure bleibt noch einiges zu tun, bis wir uns auch auf der Landstraße komplett autonom chauffieren lassen können.

 

 

 


Foto: metamorworks

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Qualitätssiegel für Werkstätten

Wenn eine Kfz-Werkstatt hoheitliche Aufgaben, wie zum Beispiel die Abgasuntersuchung (AU/AUK) durchführen möchte, benötigt sie dafür seit Januar 2020 eine Akkreditierung gemäß ISO-Norm 17020. Alternativ kann sie sich einem akkreditierten System anschließen. Diese Option hat der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe e.V. (ZDK) zum Anlass genommen, ein eigenes Qualitätsmanagementsystem auf die Beine zu stellen. Es soll die Grundlage bilden für ein eigenes Qualitätssiegel: AÜK.

Das Kürzel steht für „Akkreditierte Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe“. Werkstätten, die sich für dieses Siegel qualifiziert haben und damit werben, sind befugt, alle beigestellten amtlichen Werkstattuntersuchungen und -prüfungen durchzuführen. In Deutschland zählen dazu die Abgasuntersuchung (AU/AUK), die Sicherheits- (SP) und Gasanlagenprüfung (GAP). „Wenn alle Betriebe mitmachen, schaffen wir es, eine bundesweite Marke zu etablieren, zeigt sich Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks und ZDK-Vizepräsident, zuversichtlich.

Eigenes QMS weniger kostenintensiv

Bei der Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems will der Verband den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Kfz-Werkstätten so gering wie möglich halten. Dies wäre auch einer der zentralen Vorteile des innungseigenen Qualitätsmanagementsystems. Denn die selbstständige Akkreditierung jeder einzelnen Kfz-Werkstatt ist für sie mit hohen Kosten verbunden. Anerkannte Kfz-Werkstätten können sich dem System jetzt schon anschließen.

Attraktiv für die Werkstätten

Für die Werkstätten selbst gibt es gute Argumente, sich für das AÜK-Qualitätssiegel zertifizieren zu lassen. Neben dem finanziellen Aspekt - attraktives Zusatzgeschäft – führt der ZDK in seiner Argumentation für Werkstattbetreiber auch unternehmerische Aspekte wie bessere Werkstattauslastung, mögliche Folgeschäfte (Vergabe von Feinstaubplaketten, Nachrüstung von SCR- Katalysatorsystemen) sowie auch Imagegewinn an: Eine Werkstatt, die hoheitliche Aufgaben wahrnehme, steige im Ansehen des Kunden. Und auch der aktive Beitrag zum Umweltschutz wird als imagefördernder Faktor hervorgehoben: Denn eine Werkstatt, die autorisiert sei, die AU (Abgasuntersuchung) vorzunehmen, trage auch dazu bei, dass Emissionswerte nicht nur theoretisch, sondern ganz real eingehalten werden.

Informativ für Werkstattkunden

So könnte das AÜK-Siegel künftig eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Werkstattwahl sein. Denn was viele nicht wissen: Verbraucher sind nicht dazu verpflichtet, eine Markenwerkstatt aufzusuchen, um ihren Garantieanspruch zu wahren. Einem Beschluss der EU-Kommission zufolge dürfen Hersteller die Garantie nicht einschränken, wenn Inspektion und Wartung einer freien Werkstatt anvertraut werden. Vielmehr sind die Hersteller verpflichtet, den freien Werkstätten Zugang zu elektronischen Reparaturdaten zu gewähren. Auch sie verwenden Original-Ersatzteile und können preislich eine Alternative zu Vertragswerkstätten sein.

Rund 15.000 Markenwerkstätten sowie an die 22.000 freie Werkstätten gibt es in Deutschland (Statista, Stand 2019). Freie Werkstätten sind in der Regel nicht von einem Hersteller abhängig. Sie führen Reparaturen und Inspektionen an allen Automarken durch. Dieses sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man mit seiner Werkstatt unzufrieden ist und nach Alternativen sucht. Hilfreich können dabei z. B. auch Kundenbewertungen im Internet sein. Und ein neues Kürzel.

AÜK-Siegel
(Quelle: ZDK Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe e.V.)

 

 

 


Foto: Gorodenkoff

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Urlaub in Deutschland unter Corona

Die Corona-Pandemie macht auch der Urlaubsplanung für dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung. Die weltweite Reisewarnung für touristische Reisen hat die Bundesregierung inzwischen für 27 Staaten der Europäischen Union und angrenzende Länder (Großbritannien, Island, die Schweiz, Liechtenstein) wieder aufgehoben (Stand 15. Juni 2020). Für beliebte Urlaubsziele außerhalb Europas, z.B. Ägypten oder Tunesien, besteht sie weiterhin. Politiker und Gesundheitsexperten raten dazu, Urlaub in Deutschland zu machen oder einfach zuhause zu bleiben.

Für den Urlaub in Deutschland gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen, die sich regional oder lokal wieder ändern, wenn es das Infektionsgeschehen erforderlich macht. Urlauber aus deutschen Risikogebieten stehen unter besonderer Beobachtung. So gelten (Stand 24.06.2020) in vier Bundesländern - Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern - Reisebeschränkungen für Einreisende aus Risikogebieten.

Diese Beschränkungen fußen auf den Infektionsschutzgesetzen der jeweiligen Bundesländer. So dürfen z.B. in Mecklenburg-Vorpommern Personen aus solchen Risikogebieten dennoch einreisen, wenn sie über ein ärztliches Zeugnis (Corona-Test) verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus vorhanden sind. Dieses Zeugnis ist der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorzulegen. Dabei darf der Test höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.

Ein Kleidungsstück ist im Urlaub dieses Jahr jedoch für alle Pflicht: der Mund-Nasen-Schutz. Und eine Regel: 1,5 Meter Mindestabstand. Hier die wichtigsten Informationen für die Planung, auch für diejenigen, die bereits vor Ausbruch von Corona ihre Reise gebucht hatten.

Stornierung bereits gebuchter Reisen

Wer eine Pauschal-Reise vor Ausbruch der Corona-Pandemie gebucht hat und nun aufgrund der bestehenden Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht antreten wird, kann sie laut Bundesverband der Verbraucherzentralen kostenlos stornieren lassen.

Wer eine Pauschal-Reise in eines der Länder gebucht hat, für das seit 15. Juni 2020 keine Reisewarnung mehr besteht, für den gelten die vertraglich vereinbarten Stornobedingungen.

Für Individualreisende, die Reiseleistungen einzeln gebucht haben, bestehen, laut Verbraucherzentrale ebenfalls gute Chancen auf Erstattung, sofern sie nach deutschem Recht gebucht haben. Bei direkten Buchungen und Vertragsschluss mit einem ausländischen Unternehmen gilt dortiges Recht, wobei sich jedoch viele Unternehmen kulant zeigen.

Urlaub in Deutschland

Hierzulande gelten von Bundesland zu Bundesland verschiedene Regelungen und Auflagen (Stand 19.06.2020), die im Folgenden kurz dargestellt werden. Vor Reiseantritt sollten Sie sich auf jeden Fall zeitnah zu den an Ihrem Zielort geltenden Bestimmungen informieren. Näheres dazu halten die Websites der betreffenden Kommune und des jeweiligen Bundeslandes bereit.

Im Norden:
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg

Niedersachsen

In Niedersachsen dürfen sämtliche Unterkünfte für Touristen Gäste aufnehmen, jedoch max. 80 Prozent der Betten belegen. Ferienwohnungen und -häuser dürfen komplett belegt werden. Diese Regelungen gelten auch auf den Ostfriesischen Inseln, für die bis 22.06.2020 ein Verbot für Tagesbesucher galt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Niedersachsen

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein haben Hotels, Ferienwohnungen und andere Quartiere unter Auflagen geöffnet. Stellplätze für Wohnwagen ebenfalls. Für Helgoland gelten dieselben Regelungen. Für Tagestouristen kann es an Nord- und Ostsee, je nach Situation, zu Beschränkungen kommen. Genaue Information vorab ist daher dringend geboten.

> Weitere Informationen für Reisen nach Schleswig-Holstein

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gilt seit 25. Mai 2020 die vierte Stufe des Fünf-Stufen-Plans auf dem Weg zur Rückkehr zur Normalität: Besucher aus anderen Bundesländern, mit Ausnahme besonderer Risikogebiete, dürfen hier übernachten. Die Auslastungsbegrenzung für die Beherbergungsbetriebe auf 60 Prozent ist seit 15.06.2020 aufgehoben. Für Tagestouristen und Gäste aus dem Ausland hingegen ist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin tabu und erst ab Stufe 5 vorgesehen, für die noch kein Starttermin festgelegt wurde.

> Weitere Informationen für Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern

Hamburg

Urlaub machen in Hamburg ist ebenfalls wieder möglich, allerdings nicht in Privatwohnungen. Die grundlegenden Kontaktbeschränkungen gelten weiter. Das Beisammensein ist nur mit Personen aus dem eigenen Haushalt und den Personen eines einzigen anderen Haushalts gestattet. Insgesamt dürfen bei allen Treffen nicht mehr als 10 Menschen aus diesen Haushalten zusammenkommen. Die Kontaktbeschränkung gilt auch für Feierlichkeiten in privaten Wohnungen und in der Gastronomie.

> Weitere Informationen für Reisen nach Hamburg

In der Mitte:
Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Berlin

In Berlin sind Hotels und Pensionen seit 25. Mai 2020 wieder geöffnet. Stadtrundfahrten mit Bus, Bahn und Schiff sind unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Museen, Galerien, Parks und Gärten sind geöffnet, Gaststätten unter Auflagen von 6 bis 23 Uhr. Auch einige Strand- und Freibäder sind bereits wieder geöffnet. Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 200 Teilnehmern sind erlaubt.

Ab 30. Juni 2020 dürfen Kinos wieder öffnen. Im Freien sind Zusammenkünfte von fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten zulässig. Auch Familien und Hausgemeinschaften dürfen sich gemeinsam draußen aufhalten, mit 5 Metern Mindestabstand zwischen einzelnen Gruppen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Berlin

Brandenburg

In Brandenburg gelten vergleichsweise lockere Bestimmungen: 1,5 Meter Mindestabstand im privaten und öffentlichen Raum und die Maskenpflicht bei Einkauf, im öffentlichen Nahverkehr, in Reisebussen, bei Stadtrundfahrten und auf Fahrgastschiffen. Öffentliche und private Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern sind wieder möglich. Gaststätten dürfen wieder ohne zeitliche Begrenzung geöffnet haben. Noch geschlossen bleiben Dampfsaunen und Dampfbäder, Diskotheken und Clubs. Sämtliche Regeln gelten zunächst bis 16. August 2020.

> Weitere Informationen für Reisen nach Brandenburg

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gelten seit 28. Mai 2020 gelockerte Bestimmungen zunächst bis 1. Juli 2020 unter Beibehaltung der Abstands- und Hygieneregeln. So sind Urlauber und Ausflügler aus Deutschland, den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland willkommen. Kneipen und Bars dürfen unter denselben Auflagen öffnen, wie sie für Gaststätten bereits gelten. Bildungs-, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen können ebenfalls wieder öffnen.

Fachkundig organisierte Zusammenkünfte wie Meetings, Seminare/Kongresse sowie Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen mit bis zu 100 Teilnehmern, ab dem 1. Juli 2020 mit bis zu 250 Teilnehmenden können wieder stattfinden. Der Kreis von Personen, die sich treffen dürfen, wird auf bis zu zehn Personen im privaten Umfeld erweitert. Zusätzlich wird diese Regelung auf zwei Hausstände und nahe Verwandte und deren Partner ausgedehnt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Sachsen-Anhalt

Sachsen

Touristen und Besucher aus anderen Bundesländern dürfen nach Sachsen einreisen. Im öffentlichen Raum sind Zusammenkünfte ausschließlich mit Angehörigen des eigenen Hausstands, der Partnerin oder dem Partner sowie seit 6. Juni 2020 mit Angehörigen eines weiteren Hausstands oder mit bis zu zehn weiteren Personen zulässig. Zu allen weiteren Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Maskenpflicht besteht im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkauf in Geschäften und Läden. Kultur-, Freizeiteinrichtungen, Schwimmbäder, Saunen, mit Ausnahme von Dampfbädern und Dampfsaunen, dürfen unter Auflagen öffnen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sind bis zum 31. August 2020 untersagt. Bars, Diskotheken und Clubs sind bis 29. Juni 2020 geschlossen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Sachsen

Thüringen

Campingplätze sowie Ferienwohnungen, -häuser und vergleichbare Angebote, Gastronomie, Hotellerie und Gastgewerbe dürfen seit 25. Mai 2020 unter Einhaltung der Hygienevorschriften und sonstigen branchenspezifischen Bestimmungen wieder öffnen. Weiterhin untersagt sind Reisebusveranstaltungen.

Für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben Konzerthäuser, Orchester- und Theateraufführungen und Kinos sowie Schwimm-, Freizeit- und Erlebnisbäder. Im Öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf in Läden und Geschäften gelten Maskenpflicht und 1,5-Meter-Mindestabstandsregel.

> Weitere Informationen für Reisen nach Thüringen

Hessen

Gaststätten und Übernachtungsbetriebe dürfen unter Einhaltung der Hygiene- und Infektionsschutzbestimmung geöffnet haben. Darüber dürfen (Stand 15. Juni 2020) neben diversen Kultur- und Freizeiteinrichtungen nun auch Thermen, Schwimmbäder und Saunen unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder besucht werden. Tanzlokale und Diskotheken bleiben bis auf weiteres geschlossen und Großveranstaltungen untersagt.

1,5 Meter Mindestabstand und Maskenpflicht gelten im öffentlichen Nahverkehr, in Bahnhöfen und Flughäfen sowie beim Einkaufen in Läden und Geschäften. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes oder in einer Gruppe von maximal zehn Personen gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Zusammenkünfte in Gruppen zum gemeinsamen Grillen, Picknicken o. ä. sowie Tanzveranstaltungen sind unabhängig von der Personenzahl untersagt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Hessen

Nordrhein-Westfalen

Touristen und Ausflügler sind auch in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit dem vermutlich ambitioniertesten Zeitplan zur Rückkehr Richtung Normalität, willkommen. Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen sind wieder erlaubt. Restaurants, Cafés und andere Gastronomiebetriebe dürfen wieder Gäste empfangen.

War Wandern oder Radfahren ohnehin schon möglich, so sind nun auch viele andere Freizeit- und Kulturangebote wieder verfügbar. Museen, Schlösser, Schwimmbäder, Freizeitparks und Zoos dürfen öffnen, Konzerte und Theateraufführungen stattfinden, Ausflugsschiffe und Reisebusse wieder Passagiere an Bord nehmen. Im öffentlichen Raum dürfen im Normalfall nur maximal zehn Menschen gemeinsam unterwegs sein. Festivals und andere Großveranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern oder auch Clubbesuche sind auch in NRW (Stand 8. Juni 2020) bis auf weiteres nicht möglich.

1,5 Meter Mindestabstand und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind in allen Einrichtungen mit Publikumsverkehr vorerst bis 1. Juli 2020 (Stand 15. Juni 2020) vorgeschrieben. Mit Blick auf erneut aufgetretene lokale Infektionsherde empfiehlt es sich, sich zeitnah vor der Anreise zu informieren.

> Weitere Informationen für Reisen nach Nordrhein-Westfalen

Im Süden:
Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland

Bayern

In Bayern sind seit 17. Juni 2020 die Bestimmungen für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe gelockert. So dürfen Familien, bzw. Angehörige des eigenen Hausstands, Ehegatten, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu 10 Personen ein Zimmer/eine Wohneinheit beziehen. Seit 22. Juni 2020 ist die zulässige Öffnungszeit für Gastronomiebetriebe auf 23 Uhr erweitert. Überdies können Hallenbäder sowie Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbädern einschließlich der Wellness- und Saunaangebote unter Auflagen wieder geöffnet werden.

Seit 22. Juni 2020 dürfen Veranstaltungen im Kunst- und Kulturbereich mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 100 Besuchern in Innenräumen und mit bis zu 200 Besuchern im Freien stattfinden. Die Maskenpflicht gilt unverändert. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Bayern

Baden-Württemberg

Urlaubsreisen und Ausflüge sind unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt und größtenteils wieder möglich. Die allermeisten Freizeit- und Tourismusangebote wurden in den letzten Wochen nach und nach wieder zugelassen und für Gäste geöffnet.

Ähnlich wie in Bayern sehen die Regelungen in Baden-Württemberg aus. So dürfen Ferienwohnungen und -häuser mit Personen geteilt werden, die dem eigenen Haushalt angehören, einschließlich deren Ehegatten, Lebenspartnern/innen, Partnerinnen oder Partnern. Ebenfalls mit von der Partie dürfen sein: Eltern, Großeltern, Kinder, Enkelkinder, Geschwister und deren Nachkommen. Für andere Personenkonstellationen gilt die Regelung für Ansammlungen und Veranstaltungen außerhalb des öffentlichen Raums: maximal 20 Personen.

Aufgrund des Coronavirus sind Veranstaltungen flächendeckend abgesagt oder verschoben. Nähere Informationen halten die Veranstalter bereit.

> Weitere Informationen für Reisen nach Baden-Württemberg

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gilt ein Vier-Stufen-Plan, dessen jüngste Stufe seit 10. Juni 2020 in Kraft ist. Für Urlauber sind dabei folgende Fakten interessant: Auch Camper ohne eigene Sanitäranlagen an Bord dürfen nun wieder die Campingplätze nutzen. Reisebusfahrten und Schiffsreisen sind unter Auflagen wieder möglich. Hotels dürfen wieder Frühstücksbuffets anbieten und ihre Hallenbäder und Wellnessbereiche unter Auflagen öffnen.

Für Treffen in Privatwohnungen macht das Land keine Vorschriften, appelliert jedoch an die Umsicht der Beteiligten. Im öffentlichen Raum dürfen sich bis zu zehn Personen treffen, unabhängig davon, aus wie vielen Haushalten sie kommen. Die 1,5-Meter-Mindestabstandspflicht für derartige Treffen ist aufgehoben. Bei Treffen von Angehörigen zweier Haushalte darf die Personenzahl auch zehn übersteigen.

Bei Außenveranstaltungen und Veranstaltungen in Innenräumen, wie Gottesdiensten, Theater, Kino, muss am Platz selbst keine Maske mehr getragen werden. Die Reservierungspflicht in der Gastronomie ist aufgehoben, die Kontakterfassung wird jedoch beibehalten. Schließzeit der Gastronomie wird unter Beachtung der sonstigen Sperrzeiten bis 24 Uhr ausgedehnt. Sogar Chorproben sind unter Einhaltung des Hygiene-Konzepts des Chorverbands und 3 Meter Mindestabstands wieder zugelassen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Rheinland-Pfalz

Saarland

Auch im Saarland dürfen sich bis zu zehn Personen unabhängig von der Haushaltszugehörigkeit treffen. Hotels, Ferienhäuser/-wohnungen und Campingplätze sind geöffnet. Gaststätten dürfen unter Auflagen bewirten und von 6 – 24 Uhr geöffnet sein.

Ebenfalls unter Auflagen geöffnet sind Kurs-, Trainings- und Sportbetriebe, Freibäder, Strandbäder, Thermen und Hallenbäder, Spielplätze, Tierparks und botanische Gärten, Bibliotheken, Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten. Ebenfalls ab 15. Juni 2020 dürfen Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie andere Einrichtungen unter Einhaltung von Auflagen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Seit 15. Juni 2020 sind auch Saunaanlagen wieder geöffnet. Reisebusse dürfen unter Einhaltung von Auflagen wieder verkehren. Veranstaltungen unter freiem Himmel können mit bis zu 100 Personen stattfinden, in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Personen. Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen sind unter Angabe des Veranstalters der Ortspolizeibehörde zu melden. Zu den Auflagen zählen Kontaktnachverfolgbarkeit, besondere infektionsschutzrechtliche Auflagen und der 1,5-Meter-Mindestabstand.

Höhere Personenzahlen sind bis einschließlich 28. Juni 2020 untersagt. Veranstaltungen, zu denen je Veranstaltungstag und -ort in der Summe mehr als 1.000 Personen zu erwarten sind, bleiben bis einschließlich 31. August 2020 untersagt. Gottesdienste und gemeinsame Gebete unter freiem Himmel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen und sonstigen Räumlichkeiten sind mit begrenzter Teilnehmeranzahl sowie besonderen Schutz- und Hygieneregelungen gestattet.

Seit dem 15. Juni 2020 sind die Grenzen zwischen den Ländern wieder geöffnet. Ein Abstecher nach Frankreich oder Luxemburg ist also ebenfalls möglich.

> Weitere Informationen für Reisen ins Saarland

 

 

 


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Kfz-Zulassung in Corona-Zeiten

Bereits unter normalen Umständen kann das Zulassen oder Ummelden eines Fahrzeugs viel Zeit beanspruchen. Wer den Gang auf die Zulassungsstelle vermeiden möchte, kann einen Dienstleister damit beauftragen oder auch das Autohaus, bei dem er den Wagen gekauft hat. Komplett online lässt sich die Angelegenheit auch in Zeiten von Corona (noch) nicht regeln. Die wichtigsten Tipps für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Ganzen finden Sie hier zusammengestellt.

Öffnungszeiten während Corona-Pandemie

Viele Ämter und Behörden haben verkürzte Öffnungszeiten. Viele Zulassungs- und Führerscheinstellen arbeiten zudem nur noch nach Termin. Manche sind komplett geschlossen oder bearbeiten lediglich noch Notfälle, also Fahrzeugzulassungen, die zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind: Rettungs- und Krankenwagen oder Feuerwehrfahrzeuge. Über den aktuellen Stand der Öffnungszeiten der Zulassungsstellen informiert die Kroschke-Liste. Sie enthält tagesaktuell die Öffnungszeiten aller Zulassungsstellen in Deutschland.

eVB-Nummer nur begrenzt gültig

Ohne die elektronische Versicherungsbetätigung – kurz eVB-Nummer – geht bei An- und Ummeldung sowie Wiederzulassung gar nichts. Die siebenstellige eVB-Nummer gibt es direkt bei der Kfz-Versicherung und ist nur für einen begrenzten Zeitraum gültig. Je nach Versicherung 3 bis 18 Monate. Sollte es aufgrund der Corona-Pandemie zu langen Wartezeiten bei der Terminvergabe der Zulassungsstelle kommen, könnte es passieren, dass die eVB-Nummer ihre Gültigkeit verliert und neu beantragt werden muss. Deshalb empfiehlt es sich, bereits vorab die Gültigkeitsdauer der eVB-Nummer bei der Versicherung zu erfragen, um dann später keine böse Überraschung zu erleben.

Wenn die Zulassungsstelle i-Kfz anbietet

Bereits seit Oktober 2019 können Fahrzeuge auch online zugelassen werden – vorausgesetzt, es handelt sich um eine Erstzulassung oder Umschreibung auf einen neuen Halter und die zuständige Zulassungsstelle bietet i-Kfz bereits an. Dies ist jedoch deutschlandweit erst bei rund der Hälfte aller Zulassungsstellen der Fall.

Wenn Ihre Zulassungsstelle dazugehört, sind dies die erforderlichen Voraussetzungen/Unterlagen, um i-Kfz nutzen zu können:

  • Das Fahrzeug wurde erstmalig nach dem 1. Januar 2015 zugelassen (sofern es sich nicht ohnehin um einen Neuwagen handelt).
  • Kennzeichen mit Stempelplaketten und Sicherheitscodes
  • Zulassungsbescheinigung Teil I mit Sicherheitscode. Bei Halterwechsel ist auch Zulassungsbescheinigung Teil II erforderlich.
  • Neuer Personalausweis mit aktivierter eID-Onlinefunktion
  • Ein Ausweis-Lesegerät oder die kostenlose Smartphone-App AusweisApp2

Fahrzeug per i-Kfz an-, um- oder abmelden

Seit 8. Juli 2017 werden Personalausweise nur noch mit aktivierter Online-Ausweisfunktionen (eID-Onlinefunktion) ausgegeben. Bis dahin war es möglich, einen neuen Personalausweis wahlweise mit oder ohne aktivierte Ausweisfunktion zu erhalten. Wer diese Funktion nun dennoch nutzen möchte, kann sie beim zuständigen Einwohnermeldeamt nachträglich freischalten lassen. Wer bereits einen Ausweis mit freigeschalteter eID-Online-Funktion besitzt und diese bereits genutzt hat, kann sofort loslegen.

Wer zwar bereits einen Ausweis mit freigeschalteter eID-Online-Funktion besitzt, diese noch nicht genutzt hat, muss sie zunächst wie folgt aktivieren:

Hierzu den Personalausweis auf das Kartenlesegerät oder das Smartphone mit gestarteter AusweisApp2 legen. Anschließend die fünfstellige PIN freirubbeln, die Sie von der Bundesdruckerei per Post erhalten haben. Anschließend eine eigene sechsstellige PIN wählen und durch die Bestätigung der gemachten Angaben die eID-Onlinefunktion Personalausweises aktivieren. Wer die fünfstellige PIN nicht mehr vorliegen hat, kann die eID-Onlinefunktion beim zuständigen Einwohnermeldeamt aktivieren lassen.

Die obligatorische Ab- und Anmeldegebühr beträgt bei Nutzung von i-Kfz etwa 6,10 Euro.

Neuwagen online per i-Kfz anmelden

  • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
  • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
  • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung freirubbeln
  • Die in der Antragsmaske geforderten Daten eingeben (Fahrzeug-Identifizierungsnummer, IBAN für den Einzug der Kfz-Steuer, die eVB-Nummer der Versicherung sowie freigelegten Sicherheitscode der Zulassungsbescheinigung)
  • Kennzeichen auswählen

Das System überprüft nun die Angaben. Sind diese korrekt, müssen die fälligen Anmeldegebühren bezahlt werden. Anschließend muss noch einmal die Richtigkeit der gemachten Angaben bestätigt werden. Alle notwendigen Unterlagen werden dann per Post zugesandt.

Gebrauchtwagen ummelden

Die Schritte sind bis auf eine Ausnahme identisch mit denen zur Anmeldung eines Neufahrzeuges: In Schritt 4 (Dateneingabe in Eintragsmaske) müssen zusätzlich zur Fahrzeug-Identifikationsnummer, eVB-Nummer und IBAN das Datum der gültigen Hauptuntersuchung sowie der gültigen Sicherheitsüberprüfung eingegeben werden. Beide Informationen enthält der letzte HU-Bescheid des Fahrzeugs. Nach Abschluss des Bezahlvorgangs sowie der Bestätigung aller Angaben wird der Zulassungsbescheid online bereitgestellt. Diesen einfach ausdrucken und die Ummeldung ist erledigt.

Stillgelegtes Fahrzeug wiederanmelden

  • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
  • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
  • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung freirubbeln
  • Alle erforderlichen Daten eingeben: Kennzeichen, freigelegten Sicherheitscode der Zulassungsbescheinigung Teil I, Datum der gültigen Hauptuntersuchung, Datum der gültigen Sicherheitsüberprüfung, die eVB-Nummer der Kfz-Versicherung, IBAN der Bankverbindung für die Zahlungsabwicklung.
  • Kennzeichen auswählen. Hier stehen drei Optionen zur Wahl:
    • Übernahme des angezeigten Vorschlags
    • Angabe eines Wunschkennzeichens, sofern dieses verfügbar ist
    • Angabe eines vorab reservierten Kennzeichens
  • Das System überprüft nun die Eingaben und fordert zur Bezahlung der Wiederzulassungsgebühren auf. Anschließend wird der Antrag durch die Zulassungsstelle geprüft. Nach erfolgter Prüfung sendet die Zulassungsstelle die erforderlichen Unterlagen per Post zu. Sobald Sie die beiden zugeschickten Plaketten auf das Kennzeichen geklebt haben, darf das Fahrzeug wieder auf die Straße.

    Fahrzeug abmelden

    • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
    • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
    • Das Kfz-Kennzeichen sowie (wenn erforderlich) die Fahrzeug-Identifikationsnummer eingeben
    • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung Teil I freirubbeln, ebenso auf den Plaketten des Kfz-Kennzeichens und diese Codes anschließend in die Antragsmaske eingeben
    • Nach vollständiger Überprüfung aller Daten durch das System die fälligen Abmeldegebühren bezahlen. Anschließend die eingegebenen Daten noch einmal bestätigen.
    • Nach einer kurzen Überprüfung wird die Abmeldebestätigung online zur Verfügung gestellt.

    Kennzeichenmitnahme

    Seit 1. Januar 2015 kann das Kennzeichen auch bei Wohnsitzwechsel in einen anderen Zulassungsbereich beibehalten werden. Der Wohnsitzwechsel muss jedoch weiterhin gemeldet und in den Papieren amtlich vermerkt werden. Seit 1. Oktober 2019 kann auch bei Fahrzeughalterwechsel das Kennzeichen beibehalten werden.

    Die Möglichkeit zur Kennzeichenmitnahme hat den Vorteil, dass im Rahmen der seit 1. Oktober 2019 geltenden Bestimmungen zur internetbasierten Umschreibung eine automatisierte Zulassung (automatisierter Verwaltungsakt) mit der sofortigen Teilnahme am Straßenverkehr durch den neuen Halter möglich ist und sich der Sach- und Zeitaufwand erheblich reduziert. Fahrzeughalter, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, sparen sich die Anschaffung neuer Kennzeichenschilder.

    Nähere Auskünfte erteilt die örtliche Zulassungsbehörde.

    Probleme bei der Zulassungsstelle

    eVB-Nummer nicht dabei?

    Viele Versicherungen bieten eine eVB-Hotline, die Ihnen unkompliziert hilft und die Nummer gleich telefonisch durchgibt.

    Die Zulassungsbescheinigung II (der Fahrzeugbrief) ist unauffindbar?

    Falls sie den Fahrzeugbrief verloren haben, kann die Behörde neue Dokumente ausstellen. Sie überprüft jedoch zunächst, ob das Fahrzeug als gestohlen gemeldet ist.

    Das Fahrzeug hatte noch nie eine Zulassungsbescheinigung II?

    Bei Fahrzeugen, die aus dem Ausland stammen und erstmalig in Deutschland zugelassen werden sollen, kann es vorkommen, dass kein Fahrzeugschein existiert. In diesem Fall werden dann u.a. die genauen technischen Daten des Fahrzeuges benötigt. Überdies ist möglicherweise auch eine Einzelabnahme durch den TÜV oder eine andere Prüforganisation erforderlich.

    Das Fahrzeug war länger als sieben Jahre stillgelegt?

    In diesem Fall ist eine Vollabnahme durch den TÜV oder eine andere Prüforganisation erforderlich. Ebenso neue Kennzeichen, da diese nach sieben Jahren erlöschen.

    Sie hätten gerne ein H-Kennzeichen?

    Zur Einstufung des Fahrzeugs als Oldtimer ist ein Gutachten durch einen Sachverständigen oder einen Prüfingenieur erforderlich. Hierbei können Ihnen TÜV oder DEKRA behilflich sein.

    Welche Kennzeichenarten gibt es in Deutschland?

    Oldtimer-Kennzeichen, Saisonkennzeichen, Kurzzeitkennzeichen, … Es gibt eine Vielzahl an Kfz-Kennzeichen für unterschiedlichste Zwecke und Fahrzeugtypen. Eine umfassende Übersicht zur Typologie von Autokennzeichen finden Sie unter Checklisten/Tipps unter "Verkehr, Recht, Steuern".

     

     

     


    Foto: Wellnhofer Designs

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Was macht guten Urlaub aus?

  • Verkehr | Technik:
    - Qualitätssiegel für E-Auto-Batterien
    - Datenschätze schützen und nutzen
  • Sicherheit:
    - Wie sieht die ideale Straße aus?
  • Verkehrsrecht:
    - Lieferprobleme? Ihre Rechte beim Neuwagenkauf
    - Wann endet ein Tempolimit?
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