Sechzig Jahre Leitplanken – eine Zwischenbilanz

Premiere feierten sie 1955 am Ruhrschnellweg. Dort wurden die ersten Stahlschutzplanken installiert. Seit nunmehr sechzig Jahren ist die „Leitplanke“ fester Bestandteil im Straßenbau. Ihre Aufgabe: Das Schlimmste zu verhindern. Erfolgreich? Im Prinzip schon. Aber es gibt noch einiges zu tun.

Vorrangiger Zweck passiver Schutzeinrichtungen, zu denen Stahl- wie Betonsysteme zählen, ist es, Verkehrsteilnehmer vor Gefahren zu bewahren, die sich dahinter befinden. Wie das System beschaffen ist, richtet sich dabei nach den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort, erklärt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeug- und Verkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Verwendet werden muss ein System mit einer der Gefahr entsprechenden „Aufhaltestufe“.

Steigende Anforderungen

Soweit die Theorie. Für die Praxis bedeutet das, dass die Leitplanken sich kontinuierlich den Gegebenheiten anpassen müssen, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Wog in den 1970er Jahren ein VW 1600 Variant gerade mal 1.000 Kilo, so bringt sein moderner Nachfahre, der Passat, bereits 1.400 Kilo Gewicht auf die Straße und in Bewegung. Im Lkw-Verkehr sieht es ähnlich aus. Die Zunahme an Gewicht und Geschwindigkeit verlangt den Schutzplankensystem heute weit mehr ab als zu Wirtschaftswunderzeiten.

Heute sind moderne Systeme in der Lage, es mit der Schwungmasse von 40-Tonnern aufzunehmen und diese so umzuleiten, dass keine Menschen zu Schaden kommen. Ein weiteres Kriterium für den Erfolg der Systeme: Sie müssen wartungsfreundlich und leicht zu installieren sein. So ist z.B. eine Drei-Mann-Kolonne heutzutage in der Lage, 30 bis 35 Meter Leitplanke pro Stunde zu errichten.

Verletzungsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer reduzieren

Die Leitplankentechnik stetig zu verbessern, ist Aufgabe der Systemanbieter, von denen es rund 40 bis 60 in Deutschland gibt. Und sie ist eine Daueraufgabe. Denn was für Pkw und Lkw tadellos funktioniert, kann für Motorradfahrer zur tödlichen Falle werden: Insbesondere die Metallpfosten, die die Planken tragen, stellen ein enormes Verletzungsrisiko dar. Motorradfahrer, die von ihrer Maschine stürzen, mit ihrem Körper über die Straße schlittern und gegen einen dieser Pfosten prallen, tragen mitunter schwerste oder gar tödliche Verletzungen davon, darunter abgerissene Gliedmaßen oder gar Enthauptungen.

So wird derzeit u.a. an Speziallösungen geforscht, die einen wirksamen Schutz gegen das Durchrutschen von Motorrädern, aber auch von Cabrios unter der Planke bieten. Entsprechende Unterfahrschutzlösungen sind bereits im Einsatz und helfen Leben zu retten.

"Leidplanken" entschärfen

Eine Initiative, die sich zur Aufgabe gemacht hat, auf Gefahrenstellen für Motorradfahrer hinzuweisen und diese baulich verändern zu lassen, ist MEHRSi. Vor über 17 Jahren hat die Initiative damit begonnen, Unfallstellen zu lokalisieren und dann im Marsch durch die Instanzen der unterschiedlichsten Zuständigkeiten von 16 Bundesländern, Kreisen, Gemeinden, Kommunen, Städten bis hin zu den Straßenmeistereien auf deren Entschärfung zu drängen, unterstützt von Opfern und Angehörigen. Offenbar mit Erfolg. Denn: „Bis zur ‚Entschärfung‘ bedarf es Leidenschaft und Hartnäckigkeit. Da MEHRSi aber über die Jahre ‚Dauergast‘ geworden ist, beschleunigt das gewonnene Vertrauen die Prozesse“, so die Initiative, eine gemeinnützige GmbH, auf ihrer Website.

Vorher: Leitplanke an Gefahrenstelle - noch ohne Unterfahrschutz

Leitplanke ohne Unterfahrschutz
Quelle: mehrsi.org

Nachher: Leitplanke an Gefahrenstelle - mit Unterfahrschutz

Leitplanke mit Unterfahrschutz
Quelle: mehrsi.org

So werden auch in den nächsten 60 Jahren verbesserte Leitplanken nicht allein dazu beitragen können, die Zahl der Unfälle zu verringern. Aber sie werden weiterhin helfen, die Unfallschwere zu mindern.

Mehr zu diesem Thema u.a. auf mehrsi.org

 

 

 


Foto: Zhao jiankang

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Autonomes Fahren - Stand der Dinge

Würden Sie nicht auch lieber etwas lesen, einen Film schauen oder sich Ihren Passagieren an Bord widmen, statt Ihr Auto durch das tägliche Stop-and-Go zu steuern? In Bus und Bahn war das eigentlich schon immer möglich, aber auch Autofahrer sollen das in nicht allzu ferner Zukunft tun können. In den USA sind die diesbezüglichen Entwicklungen denen hierzulande ein bis zwei Jahre voraus. U.a. weil die rechtlichen Rahmenbedingungen dort bereits mehr zulassen als in Deutschland. So nutzen auch deutsche Autobauer die Möglichkeiten, ihre Technologien im Ausland voranzutreiben. Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn nicht gelten würde: Safety first.

Fortschritt trifft Skepsis

Umfragen in Deutschland zufolge trauen noch immer rund 45 Prozent der Befragten den technologischen Bestrebungen mit dem Ziel des autonomen Fahrens nicht über den Weg. Berichte aus den USA über ausgebrannte Teslas, die, vom Fahrer auf Autopilot geschaltet, in die Katastrophe gerauscht sind, helfen nicht gerade, dieses Misstrauen zu zerstreuen. Dabei zeigen aktuelle Unfallstatistiken, dass Assistenzsysteme dazu beitragen, die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzen oder Toten zu verringern.

Es spricht also viel dafür, dieser technologischen Entwicklung zu vertrauen, vor allem, wenn man bedenkt, dass bei 90 Prozent aller Unfälle menschliches Versagen die Ursache ist. Dennoch wird das autonome Fahren nicht über Nacht kommen. So rechnet z.B. die Prognos-Studie von 2018 zu dem Thema damit, dass sich auch bis weit ins 21. Jahrhundert hinein konventionelle und autonom fahrende Fahrzeuge die Straßen teilen werden.

Wann sind wir endlich da?

Das optimistische Szenario der Prognos-Studie geht von folgenden Zeiträumen und Entwicklungsstufen aus:

  • Anstieg des Anteils der Neufahrzeuge mit Autobahnpilot (komplette Übernahme der Fahraufgabe) von 2,4 Prozent im Jahr 2020 auf 70 Prozent im Jahr 2050.
  • Ab 2030: Einführung von Fahrzeugen mit Citypilot (komplette Übernahme der Fahraufgabe auf Autobahn und im Stadtverkehr).
  • Nach 2040: Größeres Angebot an Fahrzeugen, die komplett autonom von Tür zu Tür fahren können und auch auf Landstraßen die Fahraufgabe komplett übernehmen.

Vorreiter und Pilotprojekte

Als Technologieführer gilt zurzeit das US-Unternehmen Waymo, ein Tochterunternehmen des milliardenschweren Technologie-Konzerns Alphabet, zu dem auch der Internet-Gigant Google gehört. Waymo bietet bereits einen Roboter-Taxi-Service in einem Vorort von Phoenix in Arizona an. In den Fahrzeugen sitzt, als vertrauensbildende Maßnahme, ein Fahrer hinter dem Steuer, aber nur passiv. Denn Roboter-Taxis sind inzwischen so zuverlässig, dass der Fahrer statistisch nur 0,09 Mal pro 1.000 gefahrene Kilometer eingreifen muss.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich der kommerzielle Erfolg der Roboter-Taxis derzeit noch in Grenzen hält. Laut Manager-Magazin benötigte das Unternehmen ab Start des kommerziellen Betriebs sechs Monate, um das Vertrauen von 1.000 regelmäßigen Kunden zu erwerben. Auch ein Hinweis auf die offensichtlich nicht nur hierzulande bestehende Technikskepsis.

Doch auch deutsche Unternehmen wie Bosch und Daimler testen in den USA bereits Technik für selbstfahrende Autos in einem App-basierten Mitfahrservice. So kann sich seit Dezember 2019 im Silicon Valley ein ausgewählter Nutzerkreis per selbstfahrendem S-Klasse-Mercedes von West-San-José ins Zentrum chauffieren lassen. Der Wagen wird per App zum Abholort gerufen und fährt dann, ebenfalls mit einem passiven Sicherheitsfahrer am Steuer, zu einem vorab festgelegten Ziel im Herzen der kalifornischen Metropole.

Die Projektbeteiligten erhoffen sich Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von serientauglichen Systemen für automatisiertes Fahren. Gleichzeitig gehen sie dabei aber auch der Frage nach, wie sich selbstfahrende Autos in ein intermodales Mobilitätssystem mit öffentlichem Personennahverkehr und Car Sharing einbinden lassen.

In Japan wird derweil ebenfalls in großen Dimensionen gedacht. So hat z.B. Toyota-Chef Akio Toyoda im Januar 2020 auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas angekündigt, eine experimentelle Stadt der Zukunft in Japan bauen zu wollen, eine „Woven City“, um Technologien wie das autonome Fahren verstärkt in realen Umgebungen zu testen.

Die Länder im Vergleich

Wie gut einzelne Länder für die Revolution der Beförderung gewappnet sind, darüber gibt der Autonomous Vehicles Readiness Index (AVRI) 2019 Auskunft. Er vergleicht und bewertet 25 Länder anhand ihrer Voraussetzungen in den Bereichen Politik/Gesetzgebung, Technologie/Innovation, Infrastruktur und Kundenakzeptanz.

So rangieren auf Platz 1 die Niederlande, wie bereits 2018, gefolgt von Singapur, Norwegen, USA und Schweden. Deutschland belegt Platz 8. Dem Bericht zufolge steht die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes in einem engen Zusammenhang mit der Bereitschaft für autonome Fahrzeugtechnologien. Als weitere wichtige Faktoren werden ein ausgezeichneter Zustand der Straßen, ein gut ausgebautes Mobilnetz sowie Investitionen und Innovationen durch die Privatwirtschaft benannt. Also auch in diesen Punkten scheint es in Deutschland noch etwas Nachholbedarf zu geben, um ganz vorne mitzuspielen.

Deutschland auf Autopilot

Um die unterschiedlichen Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahren besser unterscheiden zu können, hat sich die Society of Automotive Engineers (SAE), deutsch der Verband der Automobilingenieure, auf ein fünfstufiges System verständigt.

Menschlicher Fahrer kontrolliert Fahrumgebung (Stufe 0 bis 2):

  • Stufe 0: Assistenzloses Fahren („Driver only“)
  • Stufe 1: Assistiertes Fahren
  • Stufe 2: Teilautomatisiertes Fahren

Automatisches Fahrsystem kontrolliert Fahrumgebung (Stufe 3 bis 5):

  • Stufe 3: Hochautomatisiertes Fahren (HAF)
  • Stufe 4: Vollautomatisiertes Fahren (VAF)
  • Stufe 5: Autonomes Fahren (AF)

Wie u. a. die Tests von Daimler und Bosch in den USA zeigen, ist die Industrie technologisch schon beim autonomen Fahren angekommen. In der Praxis befinden wir uns jedoch noch auf einer der Vorstufen zum echten autonomen Fahren. Seit 2017 sind Fahrsysteme der Stufe 3 in Deutschland zugelassen.

Noch 2020 werden die ersten HAF-Fahrzeuge (mit Systemen zum hochautomatisierten Fahren) im Straßenverkehr auftauchen. Diese Fahrzeuge sind in der Lage, die Fahrt, zunächst auf Autobahnen, nahezu komplett zu übernehmen. Ein HAF-System ist ausreichend intelligent, um Standardsituationen allein zu bewältigen: Es kann lenken, bremsen und vor kritischen Situationen warnen. Die Verantwortung bleibt jedoch komplett beim Fahrer. Entsprechend ist das System so ausgelegt, dass der Fahrer jederzeit eingreifen kann. Ist der Automatikmodus aktiviert, kann der Fahrer seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden, er muss jedoch ansprechbar bleiben. Überdies muss ihm das System genügend Zeit lassen, reagieren und eingreifen zu können.

Diese Bedingungen setzen der Fahrgeschwindigkeit im Automatikmodus der Stufe 3 gewisse Grenzen. Aber auch autonomes Fahren der Stufe 5 dürfte sich eher im Geschwindigkeitsbereich von 130 km/h abspielen als bei Tempo 200 oder höher. Denn der damit einhergehende technische Aufwand wäre immens und auch wirtschaftlich unrentabel. In den meisten Ländern gelten bereits heute Tempolimits um die 130 km/h. Sollte Deutschland bis dahin kein Tempolimit haben. Spätestens mit Beginn der Ära des autonomen Fahrens dürfte es unausweichlich sein.

Teststrecken in Deutschland

Auch hierzulande wird Technik für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge getestet. Ein digitales Testfeld dafür wurde auf der A9 in Bayern eingerichtet.

Bei einem Teststrecken-Projekt in Hamburg sind Ampeln und eine Brücke mit Technik bestückt, mit der sie Informationen an Fahrzeuge senden können. In Berlin wurde die 3,6 Kilometer lange Strecke zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz mit entsprechender Technik ausgerüstet. Dort sollen auch per Computer gesteuerte Testwagen fahren, lediglich mit einem passiven Fahrer besetzt, der im Notfall eingreifen kann.

In Niedersachsen entsteht derzeit ein Testfeld des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) . Dort sollen automatisierte und vernetzte Fahrzeuge erprobt sowie Fahrverhalten und Verkehrsfluss erfasst und analysiert werden.

In Berlin startete bereits 2016 das weltweit erste Smart-Parking-Projekt. Es ging der Frage nach, wie sich Parkraumnutzung und Parksuchverkehr radargestützt und per Echtzeitnavigation optimieren ließen. (Wir berichteten.)

Wo hakt es noch?

Vor allem rechtliche Aspekte sind zu klären: Wer haftet im Falle eines Unfalls: Der Fahrzeughersteller, der Software-Anbieter, der Infrastrukturbetreiber? Wie entscheiden die Systeme in Gefahrensituationen? Wie sicher können und müssen sie sein? Wie können sie gegen Hackerangriffe geschützt werden? Die Debatten aller in diese Fragen Involvierten – u.a. Autoversicherer, Ethiker, Kommissionen – haben aber gerade erst begonnen.

Und dann gibt es noch die anspruchsvollen technischen Probleme, die ihrer Lösung harren. Während der Autobahn- und Stadt-Verkehr technisch weitgehend bewältigbar scheint, lauern echte Herausforderungen offenbar noch auf der Landstraße, dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

So wurde ein Modellprojekt, das gerade in Osnabrück getestet wird, in Mecklenburg-Vorpommern vorerst gestoppt. Hubi, der kleine autonom fahrende Bus, funktioniert auf dem Land nicht. Während Hubi in Osnabrück seine Fahrgäste brav und zielgenau über die öffentlichen Straßen kutschiert, streikt er auf dem platten Land. Grund: Ihm fehlen die Gebäude an den Straßenrändern, an denen er sich mit seinen Sensoren entlanghangeln kann. Bäume und Sträucher reichen offensichtlich nicht. Somit ist diese Technik bisher nur innerorts nutzbar. Und für die Entwickler und Ingenieure bleibt noch einiges zu tun, bis wir uns auch auf der Landstraße komplett autonom chauffieren lassen können.

 

 

 


Foto: metamorworks

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Qualitätssiegel für Werkstätten

Wenn eine Kfz-Werkstatt hoheitliche Aufgaben, wie zum Beispiel die Abgasuntersuchung (AU/AUK) durchführen möchte, benötigt sie dafür seit Januar 2020 eine Akkreditierung gemäß ISO-Norm 17020. Alternativ kann sie sich einem akkreditierten System anschließen. Diese Option hat der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe e.V. (ZDK) zum Anlass genommen, ein eigenes Qualitätsmanagementsystem auf die Beine zu stellen. Es soll die Grundlage bilden für ein eigenes Qualitätssiegel: AÜK.

Das Kürzel steht für „Akkreditierte Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe“. Werkstätten, die sich für dieses Siegel qualifiziert haben und damit werben, sind befugt, alle beigestellten amtlichen Werkstattuntersuchungen und -prüfungen durchzuführen. In Deutschland zählen dazu die Abgasuntersuchung (AU/AUK), die Sicherheits- (SP) und Gasanlagenprüfung (GAP). „Wenn alle Betriebe mitmachen, schaffen wir es, eine bundesweite Marke zu etablieren, zeigt sich Wilhelm Hülsdonk, Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks und ZDK-Vizepräsident, zuversichtlich.

Eigenes QMS weniger kostenintensiv

Bei der Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems will der Verband den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Kfz-Werkstätten so gering wie möglich halten. Dies wäre auch einer der zentralen Vorteile des innungseigenen Qualitätsmanagementsystems. Denn die selbstständige Akkreditierung jeder einzelnen Kfz-Werkstatt ist für sie mit hohen Kosten verbunden. Anerkannte Kfz-Werkstätten können sich dem System jetzt schon anschließen.

Attraktiv für die Werkstätten

Für die Werkstätten selbst gibt es gute Argumente, sich für das AÜK-Qualitätssiegel zertifizieren zu lassen. Neben dem finanziellen Aspekt - attraktives Zusatzgeschäft – führt der ZDK in seiner Argumentation für Werkstattbetreiber auch unternehmerische Aspekte wie bessere Werkstattauslastung, mögliche Folgeschäfte (Vergabe von Feinstaubplaketten, Nachrüstung von SCR- Katalysatorsystemen) sowie auch Imagegewinn an: Eine Werkstatt, die hoheitliche Aufgaben wahrnehme, steige im Ansehen des Kunden. Und auch der aktive Beitrag zum Umweltschutz wird als imagefördernder Faktor hervorgehoben: Denn eine Werkstatt, die autorisiert sei, die AU (Abgasuntersuchung) vorzunehmen, trage auch dazu bei, dass Emissionswerte nicht nur theoretisch, sondern ganz real eingehalten werden.

Informativ für Werkstattkunden

So könnte das AÜK-Siegel künftig eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Werkstattwahl sein. Denn was viele nicht wissen: Verbraucher sind nicht dazu verpflichtet, eine Markenwerkstatt aufzusuchen, um ihren Garantieanspruch zu wahren. Einem Beschluss der EU-Kommission zufolge dürfen Hersteller die Garantie nicht einschränken, wenn Inspektion und Wartung einer freien Werkstatt anvertraut werden. Vielmehr sind die Hersteller verpflichtet, den freien Werkstätten Zugang zu elektronischen Reparaturdaten zu gewähren. Auch sie verwenden Original-Ersatzteile und können preislich eine Alternative zu Vertragswerkstätten sein.

Rund 15.000 Markenwerkstätten sowie an die 22.000 freie Werkstätten gibt es in Deutschland (Statista, Stand 2019). Freie Werkstätten sind in der Regel nicht von einem Hersteller abhängig. Sie führen Reparaturen und Inspektionen an allen Automarken durch. Dieses sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man mit seiner Werkstatt unzufrieden ist und nach Alternativen sucht. Hilfreich können dabei z. B. auch Kundenbewertungen im Internet sein. Und ein neues Kürzel.

AÜK-Siegel
(Quelle: ZDK Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe e.V.)

 

 

 


Foto: Gorodenkoff

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Urlaub in Deutschland unter Corona

Die Corona-Pandemie macht auch der Urlaubsplanung für dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung. Die weltweite Reisewarnung für touristische Reisen hat die Bundesregierung inzwischen für 27 Staaten der Europäischen Union und angrenzende Länder (Großbritannien, Island, die Schweiz, Liechtenstein) wieder aufgehoben (Stand 15. Juni 2020). Für beliebte Urlaubsziele außerhalb Europas, z.B. Ägypten oder Tunesien, besteht sie weiterhin. Politiker und Gesundheitsexperten raten dazu, Urlaub in Deutschland zu machen oder einfach zuhause zu bleiben.

Für den Urlaub in Deutschland gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen, die sich regional oder lokal wieder ändern, wenn es das Infektionsgeschehen erforderlich macht. Urlauber aus deutschen Risikogebieten stehen unter besonderer Beobachtung. So gelten (Stand 24.06.2020) in vier Bundesländern - Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern - Reisebeschränkungen für Einreisende aus Risikogebieten.

Diese Beschränkungen fußen auf den Infektionsschutzgesetzen der jeweiligen Bundesländer. So dürfen z.B. in Mecklenburg-Vorpommern Personen aus solchen Risikogebieten dennoch einreisen, wenn sie über ein ärztliches Zeugnis (Corona-Test) verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus vorhanden sind. Dieses Zeugnis ist der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorzulegen. Dabei darf der Test höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.

Ein Kleidungsstück ist im Urlaub dieses Jahr jedoch für alle Pflicht: der Mund-Nasen-Schutz. Und eine Regel: 1,5 Meter Mindestabstand. Hier die wichtigsten Informationen für die Planung, auch für diejenigen, die bereits vor Ausbruch von Corona ihre Reise gebucht hatten.

Stornierung bereits gebuchter Reisen

Wer eine Pauschal-Reise vor Ausbruch der Corona-Pandemie gebucht hat und nun aufgrund der bestehenden Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht antreten wird, kann sie laut Bundesverband der Verbraucherzentralen kostenlos stornieren lassen.

Wer eine Pauschal-Reise in eines der Länder gebucht hat, für das seit 15. Juni 2020 keine Reisewarnung mehr besteht, für den gelten die vertraglich vereinbarten Stornobedingungen.

Für Individualreisende, die Reiseleistungen einzeln gebucht haben, bestehen, laut Verbraucherzentrale ebenfalls gute Chancen auf Erstattung, sofern sie nach deutschem Recht gebucht haben. Bei direkten Buchungen und Vertragsschluss mit einem ausländischen Unternehmen gilt dortiges Recht, wobei sich jedoch viele Unternehmen kulant zeigen.

Urlaub in Deutschland

Hierzulande gelten von Bundesland zu Bundesland verschiedene Regelungen und Auflagen (Stand 19.06.2020), die im Folgenden kurz dargestellt werden. Vor Reiseantritt sollten Sie sich auf jeden Fall zeitnah zu den an Ihrem Zielort geltenden Bestimmungen informieren. Näheres dazu halten die Websites der betreffenden Kommune und des jeweiligen Bundeslandes bereit.

Im Norden:
Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg

Niedersachsen

In Niedersachsen dürfen sämtliche Unterkünfte für Touristen Gäste aufnehmen, jedoch max. 80 Prozent der Betten belegen. Ferienwohnungen und -häuser dürfen komplett belegt werden. Diese Regelungen gelten auch auf den Ostfriesischen Inseln, für die bis 22.06.2020 ein Verbot für Tagesbesucher galt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Niedersachsen

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein haben Hotels, Ferienwohnungen und andere Quartiere unter Auflagen geöffnet. Stellplätze für Wohnwagen ebenfalls. Für Helgoland gelten dieselben Regelungen. Für Tagestouristen kann es an Nord- und Ostsee, je nach Situation, zu Beschränkungen kommen. Genaue Information vorab ist daher dringend geboten.

> Weitere Informationen für Reisen nach Schleswig-Holstein

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gilt seit 25. Mai 2020 die vierte Stufe des Fünf-Stufen-Plans auf dem Weg zur Rückkehr zur Normalität: Besucher aus anderen Bundesländern, mit Ausnahme besonderer Risikogebiete, dürfen hier übernachten. Die Auslastungsbegrenzung für die Beherbergungsbetriebe auf 60 Prozent ist seit 15.06.2020 aufgehoben. Für Tagestouristen und Gäste aus dem Ausland hingegen ist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin tabu und erst ab Stufe 5 vorgesehen, für die noch kein Starttermin festgelegt wurde.

> Weitere Informationen für Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern

Hamburg

Urlaub machen in Hamburg ist ebenfalls wieder möglich, allerdings nicht in Privatwohnungen. Die grundlegenden Kontaktbeschränkungen gelten weiter. Das Beisammensein ist nur mit Personen aus dem eigenen Haushalt und den Personen eines einzigen anderen Haushalts gestattet. Insgesamt dürfen bei allen Treffen nicht mehr als 10 Menschen aus diesen Haushalten zusammenkommen. Die Kontaktbeschränkung gilt auch für Feierlichkeiten in privaten Wohnungen und in der Gastronomie.

> Weitere Informationen für Reisen nach Hamburg

In der Mitte:
Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen

Berlin

In Berlin sind Hotels und Pensionen seit 25. Mai 2020 wieder geöffnet. Stadtrundfahrten mit Bus, Bahn und Schiff sind unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt. Museen, Galerien, Parks und Gärten sind geöffnet, Gaststätten unter Auflagen von 6 bis 23 Uhr. Auch einige Strand- und Freibäder sind bereits wieder geöffnet. Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 200 Teilnehmern sind erlaubt.

Ab 30. Juni 2020 dürfen Kinos wieder öffnen. Im Freien sind Zusammenkünfte von fünf Personen oder mit Personen aus zwei Haushalten zulässig. Auch Familien und Hausgemeinschaften dürfen sich gemeinsam draußen aufhalten, mit 5 Metern Mindestabstand zwischen einzelnen Gruppen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Berlin

Brandenburg

In Brandenburg gelten vergleichsweise lockere Bestimmungen: 1,5 Meter Mindestabstand im privaten und öffentlichen Raum und die Maskenpflicht bei Einkauf, im öffentlichen Nahverkehr, in Reisebussen, bei Stadtrundfahrten und auf Fahrgastschiffen. Öffentliche und private Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern sind wieder möglich. Gaststätten dürfen wieder ohne zeitliche Begrenzung geöffnet haben. Noch geschlossen bleiben Dampfsaunen und Dampfbäder, Diskotheken und Clubs. Sämtliche Regeln gelten zunächst bis 16. August 2020.

> Weitere Informationen für Reisen nach Brandenburg

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gelten seit 28. Mai 2020 gelockerte Bestimmungen zunächst bis 1. Juli 2020 unter Beibehaltung der Abstands- und Hygieneregeln. So sind Urlauber und Ausflügler aus Deutschland, den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Island, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland willkommen. Kneipen und Bars dürfen unter denselben Auflagen öffnen, wie sie für Gaststätten bereits gelten. Bildungs-, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen können ebenfalls wieder öffnen.

Fachkundig organisierte Zusammenkünfte wie Meetings, Seminare/Kongresse sowie Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen mit bis zu 100 Teilnehmern, ab dem 1. Juli 2020 mit bis zu 250 Teilnehmenden können wieder stattfinden. Der Kreis von Personen, die sich treffen dürfen, wird auf bis zu zehn Personen im privaten Umfeld erweitert. Zusätzlich wird diese Regelung auf zwei Hausstände und nahe Verwandte und deren Partner ausgedehnt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Sachsen-Anhalt

Sachsen

Touristen und Besucher aus anderen Bundesländern dürfen nach Sachsen einreisen. Im öffentlichen Raum sind Zusammenkünfte ausschließlich mit Angehörigen des eigenen Hausstands, der Partnerin oder dem Partner sowie seit 6. Juni 2020 mit Angehörigen eines weiteren Hausstands oder mit bis zu zehn weiteren Personen zulässig. Zu allen weiteren Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Maskenpflicht besteht im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkauf in Geschäften und Läden. Kultur-, Freizeiteinrichtungen, Schwimmbäder, Saunen, mit Ausnahme von Dampfbädern und Dampfsaunen, dürfen unter Auflagen öffnen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern sind bis zum 31. August 2020 untersagt. Bars, Diskotheken und Clubs sind bis 29. Juni 2020 geschlossen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Sachsen

Thüringen

Campingplätze sowie Ferienwohnungen, -häuser und vergleichbare Angebote, Gastronomie, Hotellerie und Gastgewerbe dürfen seit 25. Mai 2020 unter Einhaltung der Hygienevorschriften und sonstigen branchenspezifischen Bestimmungen wieder öffnen. Weiterhin untersagt sind Reisebusveranstaltungen.

Für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben Konzerthäuser, Orchester- und Theateraufführungen und Kinos sowie Schwimm-, Freizeit- und Erlebnisbäder. Im Öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf in Läden und Geschäften gelten Maskenpflicht und 1,5-Meter-Mindestabstandsregel.

> Weitere Informationen für Reisen nach Thüringen

Hessen

Gaststätten und Übernachtungsbetriebe dürfen unter Einhaltung der Hygiene- und Infektionsschutzbestimmung geöffnet haben. Darüber dürfen (Stand 15. Juni 2020) neben diversen Kultur- und Freizeiteinrichtungen nun auch Thermen, Schwimmbäder und Saunen unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder besucht werden. Tanzlokale und Diskotheken bleiben bis auf weiteres geschlossen und Großveranstaltungen untersagt.

1,5 Meter Mindestabstand und Maskenpflicht gelten im öffentlichen Nahverkehr, in Bahnhöfen und Flughäfen sowie beim Einkaufen in Läden und Geschäften. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes oder in einer Gruppe von maximal zehn Personen gestattet. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Zusammenkünfte in Gruppen zum gemeinsamen Grillen, Picknicken o. ä. sowie Tanzveranstaltungen sind unabhängig von der Personenzahl untersagt.

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Nordrhein-Westfalen

Touristen und Ausflügler sind auch in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit dem vermutlich ambitioniertesten Zeitplan zur Rückkehr Richtung Normalität, willkommen. Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen sind wieder erlaubt. Restaurants, Cafés und andere Gastronomiebetriebe dürfen wieder Gäste empfangen.

War Wandern oder Radfahren ohnehin schon möglich, so sind nun auch viele andere Freizeit- und Kulturangebote wieder verfügbar. Museen, Schlösser, Schwimmbäder, Freizeitparks und Zoos dürfen öffnen, Konzerte und Theateraufführungen stattfinden, Ausflugsschiffe und Reisebusse wieder Passagiere an Bord nehmen. Im öffentlichen Raum dürfen im Normalfall nur maximal zehn Menschen gemeinsam unterwegs sein. Festivals und andere Großveranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern oder auch Clubbesuche sind auch in NRW (Stand 8. Juni 2020) bis auf weiteres nicht möglich.

1,5 Meter Mindestabstand und das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind in allen Einrichtungen mit Publikumsverkehr vorerst bis 1. Juli 2020 (Stand 15. Juni 2020) vorgeschrieben. Mit Blick auf erneut aufgetretene lokale Infektionsherde empfiehlt es sich, sich zeitnah vor der Anreise zu informieren.

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Im Süden:
Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland

Bayern

In Bayern sind seit 17. Juni 2020 die Bestimmungen für Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe gelockert. So dürfen Familien, bzw. Angehörige des eigenen Hausstands, Ehegatten, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu 10 Personen ein Zimmer/eine Wohneinheit beziehen. Seit 22. Juni 2020 ist die zulässige Öffnungszeit für Gastronomiebetriebe auf 23 Uhr erweitert. Überdies können Hallenbäder sowie Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbädern einschließlich der Wellness- und Saunaangebote unter Auflagen wieder geöffnet werden.

Seit 22. Juni 2020 dürfen Veranstaltungen im Kunst- und Kulturbereich mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen mit bis zu 100 Besuchern in Innenräumen und mit bis zu 200 Besuchern im Freien stattfinden. Die Maskenpflicht gilt unverändert. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt.

> Weitere Informationen für Reisen nach Bayern

Baden-Württemberg

Urlaubsreisen und Ausflüge sind unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln erlaubt und größtenteils wieder möglich. Die allermeisten Freizeit- und Tourismusangebote wurden in den letzten Wochen nach und nach wieder zugelassen und für Gäste geöffnet.

Ähnlich wie in Bayern sehen die Regelungen in Baden-Württemberg aus. So dürfen Ferienwohnungen und -häuser mit Personen geteilt werden, die dem eigenen Haushalt angehören, einschließlich deren Ehegatten, Lebenspartnern/innen, Partnerinnen oder Partnern. Ebenfalls mit von der Partie dürfen sein: Eltern, Großeltern, Kinder, Enkelkinder, Geschwister und deren Nachkommen. Für andere Personenkonstellationen gilt die Regelung für Ansammlungen und Veranstaltungen außerhalb des öffentlichen Raums: maximal 20 Personen.

Aufgrund des Coronavirus sind Veranstaltungen flächendeckend abgesagt oder verschoben. Nähere Informationen halten die Veranstalter bereit.

> Weitere Informationen für Reisen nach Baden-Württemberg

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gilt ein Vier-Stufen-Plan, dessen jüngste Stufe seit 10. Juni 2020 in Kraft ist. Für Urlauber sind dabei folgende Fakten interessant: Auch Camper ohne eigene Sanitäranlagen an Bord dürfen nun wieder die Campingplätze nutzen. Reisebusfahrten und Schiffsreisen sind unter Auflagen wieder möglich. Hotels dürfen wieder Frühstücksbuffets anbieten und ihre Hallenbäder und Wellnessbereiche unter Auflagen öffnen.

Für Treffen in Privatwohnungen macht das Land keine Vorschriften, appelliert jedoch an die Umsicht der Beteiligten. Im öffentlichen Raum dürfen sich bis zu zehn Personen treffen, unabhängig davon, aus wie vielen Haushalten sie kommen. Die 1,5-Meter-Mindestabstandspflicht für derartige Treffen ist aufgehoben. Bei Treffen von Angehörigen zweier Haushalte darf die Personenzahl auch zehn übersteigen.

Bei Außenveranstaltungen und Veranstaltungen in Innenräumen, wie Gottesdiensten, Theater, Kino, muss am Platz selbst keine Maske mehr getragen werden. Die Reservierungspflicht in der Gastronomie ist aufgehoben, die Kontakterfassung wird jedoch beibehalten. Schließzeit der Gastronomie wird unter Beachtung der sonstigen Sperrzeiten bis 24 Uhr ausgedehnt. Sogar Chorproben sind unter Einhaltung des Hygiene-Konzepts des Chorverbands und 3 Meter Mindestabstands wieder zugelassen.

> Weitere Informationen für Reisen nach Rheinland-Pfalz

Saarland

Auch im Saarland dürfen sich bis zu zehn Personen unabhängig von der Haushaltszugehörigkeit treffen. Hotels, Ferienhäuser/-wohnungen und Campingplätze sind geöffnet. Gaststätten dürfen unter Auflagen bewirten und von 6 – 24 Uhr geöffnet sein.

Ebenfalls unter Auflagen geöffnet sind Kurs-, Trainings- und Sportbetriebe, Freibäder, Strandbäder, Thermen und Hallenbäder, Spielplätze, Tierparks und botanische Gärten, Bibliotheken, Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten. Ebenfalls ab 15. Juni 2020 dürfen Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie andere Einrichtungen unter Einhaltung von Auflagen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Seit 15. Juni 2020 sind auch Saunaanlagen wieder geöffnet. Reisebusse dürfen unter Einhaltung von Auflagen wieder verkehren. Veranstaltungen unter freiem Himmel können mit bis zu 100 Personen stattfinden, in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Personen. Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen sind unter Angabe des Veranstalters der Ortspolizeibehörde zu melden. Zu den Auflagen zählen Kontaktnachverfolgbarkeit, besondere infektionsschutzrechtliche Auflagen und der 1,5-Meter-Mindestabstand.

Höhere Personenzahlen sind bis einschließlich 28. Juni 2020 untersagt. Veranstaltungen, zu denen je Veranstaltungstag und -ort in der Summe mehr als 1.000 Personen zu erwarten sind, bleiben bis einschließlich 31. August 2020 untersagt. Gottesdienste und gemeinsame Gebete unter freiem Himmel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen und sonstigen Räumlichkeiten sind mit begrenzter Teilnehmeranzahl sowie besonderen Schutz- und Hygieneregelungen gestattet.

Seit dem 15. Juni 2020 sind die Grenzen zwischen den Ländern wieder geöffnet. Ein Abstecher nach Frankreich oder Luxemburg ist also ebenfalls möglich.

> Weitere Informationen für Reisen ins Saarland

 

 

 


Foto: cl_stock

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Kfz-Zulassung in Corona-Zeiten

Bereits unter normalen Umständen kann das Zulassen oder Ummelden eines Fahrzeugs viel Zeit beanspruchen. Wer den Gang auf die Zulassungsstelle vermeiden möchte, kann einen Dienstleister damit beauftragen oder auch das Autohaus, bei dem er den Wagen gekauft hat. Komplett online lässt sich die Angelegenheit auch in Zeiten von Corona (noch) nicht regeln. Die wichtigsten Tipps für einen möglichst reibungslosen Ablauf des Ganzen finden Sie hier zusammengestellt.

Öffnungszeiten während Corona-Pandemie

Viele Ämter und Behörden haben verkürzte Öffnungszeiten. Viele Zulassungs- und Führerscheinstellen arbeiten zudem nur noch nach Termin. Manche sind komplett geschlossen oder bearbeiten lediglich noch Notfälle, also Fahrzeugzulassungen, die zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind: Rettungs- und Krankenwagen oder Feuerwehrfahrzeuge. Über den aktuellen Stand der Öffnungszeiten der Zulassungsstellen informiert die Kroschke-Liste. Sie enthält tagesaktuell die Öffnungszeiten aller Zulassungsstellen in Deutschland.

eVB-Nummer nur begrenzt gültig

Ohne die elektronische Versicherungsbetätigung – kurz eVB-Nummer – geht bei An- und Ummeldung sowie Wiederzulassung gar nichts. Die siebenstellige eVB-Nummer gibt es direkt bei der Kfz-Versicherung und ist nur für einen begrenzten Zeitraum gültig. Je nach Versicherung 3 bis 18 Monate. Sollte es aufgrund der Corona-Pandemie zu langen Wartezeiten bei der Terminvergabe der Zulassungsstelle kommen, könnte es passieren, dass die eVB-Nummer ihre Gültigkeit verliert und neu beantragt werden muss. Deshalb empfiehlt es sich, bereits vorab die Gültigkeitsdauer der eVB-Nummer bei der Versicherung zu erfragen, um dann später keine böse Überraschung zu erleben.

Wenn die Zulassungsstelle i-Kfz anbietet

Bereits seit Oktober 2019 können Fahrzeuge auch online zugelassen werden – vorausgesetzt, es handelt sich um eine Erstzulassung oder Umschreibung auf einen neuen Halter und die zuständige Zulassungsstelle bietet i-Kfz bereits an. Dies ist jedoch deutschlandweit erst bei rund der Hälfte aller Zulassungsstellen der Fall.

Wenn Ihre Zulassungsstelle dazugehört, sind dies die erforderlichen Voraussetzungen/Unterlagen, um i-Kfz nutzen zu können:

  • Das Fahrzeug wurde erstmalig nach dem 1. Januar 2015 zugelassen (sofern es sich nicht ohnehin um einen Neuwagen handelt).
  • Kennzeichen mit Stempelplaketten und Sicherheitscodes
  • Zulassungsbescheinigung Teil I mit Sicherheitscode. Bei Halterwechsel ist auch Zulassungsbescheinigung Teil II erforderlich.
  • Neuer Personalausweis mit aktivierter eID-Onlinefunktion
  • Ein Ausweis-Lesegerät oder die kostenlose Smartphone-App AusweisApp2

Fahrzeug per i-Kfz an-, um- oder abmelden

Seit 8. Juli 2017 werden Personalausweise nur noch mit aktivierter Online-Ausweisfunktionen (eID-Onlinefunktion) ausgegeben. Bis dahin war es möglich, einen neuen Personalausweis wahlweise mit oder ohne aktivierte Ausweisfunktion zu erhalten. Wer diese Funktion nun dennoch nutzen möchte, kann sie beim zuständigen Einwohnermeldeamt nachträglich freischalten lassen. Wer bereits einen Ausweis mit freigeschalteter eID-Online-Funktion besitzt und diese bereits genutzt hat, kann sofort loslegen.

Wer zwar bereits einen Ausweis mit freigeschalteter eID-Online-Funktion besitzt, diese noch nicht genutzt hat, muss sie zunächst wie folgt aktivieren:

Hierzu den Personalausweis auf das Kartenlesegerät oder das Smartphone mit gestarteter AusweisApp2 legen. Anschließend die fünfstellige PIN freirubbeln, die Sie von der Bundesdruckerei per Post erhalten haben. Anschließend eine eigene sechsstellige PIN wählen und durch die Bestätigung der gemachten Angaben die eID-Onlinefunktion Personalausweises aktivieren. Wer die fünfstellige PIN nicht mehr vorliegen hat, kann die eID-Onlinefunktion beim zuständigen Einwohnermeldeamt aktivieren lassen.

Die obligatorische Ab- und Anmeldegebühr beträgt bei Nutzung von i-Kfz etwa 6,10 Euro.

Neuwagen online per i-Kfz anmelden

  • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
  • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
  • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung freirubbeln
  • Die in der Antragsmaske geforderten Daten eingeben (Fahrzeug-Identifizierungsnummer, IBAN für den Einzug der Kfz-Steuer, die eVB-Nummer der Versicherung sowie freigelegten Sicherheitscode der Zulassungsbescheinigung)
  • Kennzeichen auswählen

Das System überprüft nun die Angaben. Sind diese korrekt, müssen die fälligen Anmeldegebühren bezahlt werden. Anschließend muss noch einmal die Richtigkeit der gemachten Angaben bestätigt werden. Alle notwendigen Unterlagen werden dann per Post zugesandt.

Gebrauchtwagen ummelden

Die Schritte sind bis auf eine Ausnahme identisch mit denen zur Anmeldung eines Neufahrzeuges: In Schritt 4 (Dateneingabe in Eintragsmaske) müssen zusätzlich zur Fahrzeug-Identifikationsnummer, eVB-Nummer und IBAN das Datum der gültigen Hauptuntersuchung sowie der gültigen Sicherheitsüberprüfung eingegeben werden. Beide Informationen enthält der letzte HU-Bescheid des Fahrzeugs. Nach Abschluss des Bezahlvorgangs sowie der Bestätigung aller Angaben wird der Zulassungsbescheid online bereitgestellt. Diesen einfach ausdrucken und die Ummeldung ist erledigt.

Stillgelegtes Fahrzeug wiederanmelden

  • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
  • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
  • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung freirubbeln
  • Alle erforderlichen Daten eingeben: Kennzeichen, freigelegten Sicherheitscode der Zulassungsbescheinigung Teil I, Datum der gültigen Hauptuntersuchung, Datum der gültigen Sicherheitsüberprüfung, die eVB-Nummer der Kfz-Versicherung, IBAN der Bankverbindung für die Zahlungsabwicklung.
  • Kennzeichen auswählen. Hier stehen drei Optionen zur Wahl:
    • Übernahme des angezeigten Vorschlags
    • Angabe eines Wunschkennzeichens, sofern dieses verfügbar ist
    • Angabe eines vorab reservierten Kennzeichens
  • Das System überprüft nun die Eingaben und fordert zur Bezahlung der Wiederzulassungsgebühren auf. Anschließend wird der Antrag durch die Zulassungsstelle geprüft. Nach erfolgter Prüfung sendet die Zulassungsstelle die erforderlichen Unterlagen per Post zu. Sobald Sie die beiden zugeschickten Plaketten auf das Kennzeichen geklebt haben, darf das Fahrzeug wieder auf die Straße.

    Fahrzeug abmelden

    • Onlineportal der zuständigen Zulassungsbehörde aufrufen
    • Mit dem Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion ausweisen
    • Das Kfz-Kennzeichen sowie (wenn erforderlich) die Fahrzeug-Identifikationsnummer eingeben
    • Den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung Teil I freirubbeln, ebenso auf den Plaketten des Kfz-Kennzeichens und diese Codes anschließend in die Antragsmaske eingeben
    • Nach vollständiger Überprüfung aller Daten durch das System die fälligen Abmeldegebühren bezahlen. Anschließend die eingegebenen Daten noch einmal bestätigen.
    • Nach einer kurzen Überprüfung wird die Abmeldebestätigung online zur Verfügung gestellt.

    Kennzeichenmitnahme

    Seit 1. Januar 2015 kann das Kennzeichen auch bei Wohnsitzwechsel in einen anderen Zulassungsbereich beibehalten werden. Der Wohnsitzwechsel muss jedoch weiterhin gemeldet und in den Papieren amtlich vermerkt werden. Seit 1. Oktober 2019 kann auch bei Fahrzeughalterwechsel das Kennzeichen beibehalten werden.

    Die Möglichkeit zur Kennzeichenmitnahme hat den Vorteil, dass im Rahmen der seit 1. Oktober 2019 geltenden Bestimmungen zur internetbasierten Umschreibung eine automatisierte Zulassung (automatisierter Verwaltungsakt) mit der sofortigen Teilnahme am Straßenverkehr durch den neuen Halter möglich ist und sich der Sach- und Zeitaufwand erheblich reduziert. Fahrzeughalter, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, sparen sich die Anschaffung neuer Kennzeichenschilder.

    Nähere Auskünfte erteilt die örtliche Zulassungsbehörde.

    Probleme bei der Zulassungsstelle

    eVB-Nummer nicht dabei?

    Viele Versicherungen bieten eine eVB-Hotline, die Ihnen unkompliziert hilft und die Nummer gleich telefonisch durchgibt.

    Die Zulassungsbescheinigung II (der Fahrzeugbrief) ist unauffindbar?

    Falls sie den Fahrzeugbrief verloren haben, kann die Behörde neue Dokumente ausstellen. Sie überprüft jedoch zunächst, ob das Fahrzeug als gestohlen gemeldet ist.

    Das Fahrzeug hatte noch nie eine Zulassungsbescheinigung II?

    Bei Fahrzeugen, die aus dem Ausland stammen und erstmalig in Deutschland zugelassen werden sollen, kann es vorkommen, dass kein Fahrzeugschein existiert. In diesem Fall werden dann u.a. die genauen technischen Daten des Fahrzeuges benötigt. Überdies ist möglicherweise auch eine Einzelabnahme durch den TÜV oder eine andere Prüforganisation erforderlich.

    Das Fahrzeug war länger als sieben Jahre stillgelegt?

    In diesem Fall ist eine Vollabnahme durch den TÜV oder eine andere Prüforganisation erforderlich. Ebenso neue Kennzeichen, da diese nach sieben Jahren erlöschen.

    Sie hätten gerne ein H-Kennzeichen?

    Zur Einstufung des Fahrzeugs als Oldtimer ist ein Gutachten durch einen Sachverständigen oder einen Prüfingenieur erforderlich. Hierbei können Ihnen TÜV oder DEKRA behilflich sein.

    Welche Kennzeichenarten gibt es in Deutschland?

    Oldtimer-Kennzeichen, Saisonkennzeichen, Kurzzeitkennzeichen, … Es gibt eine Vielzahl an Kfz-Kennzeichen für unterschiedlichste Zwecke und Fahrzeugtypen. Eine umfassende Übersicht zur Typologie von Autokennzeichen finden Sie unter Checklisten/Tipps unter "Verkehr, Recht, Steuern".

     

     

     


    Foto: Wellnhofer Designs

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Was macht guten Urlaub aus?

  • Verkehr | Technik:
    - Qualitätssiegel für E-Auto-Batterien
    - Datenschätze schützen und nutzen
  • Sicherheit:
    - Wie sieht die ideale Straße aus?
  • Verkehrsrecht:
    - Lieferprobleme? Ihre Rechte beim Neuwagenkauf
    - Wann endet ein Tempolimit?

Geschichten aus dem Schilderwald - Von Traktoren und Überholverboten

Überholverbote sind häufig mit Zusatzschildern versehen, die Ausnahmen kennzeichnen. Doch wie die Erfahrung zeigt, wird die Bedeutung des Zusatzschildes manchmal missverstanden. Angeregt von Kempersbuur, einem twitternden Landwirt aus dem Sauerland, möchten wir mit diesem Beitrag noch einmal die genaue Bedeutung darlegen. Kempersbuur erlebt auf seinem Traktor häufig hochgefährliche Überholmanöver von Autofahrern. Für ihn der Grund, darüber zu twittern. Und für uns, dieses wichtige Thema aufzugreifen.

Zusatzschild Ausnahme von Überholverbot
Wer oder was darf hier eigentlich überholt werden? Quelle: Wikipedia

Das Zeichen soll anzeigen, dass bestimmte Fahrzeuge trotz Überholverbots überholt werden dürfen: Fahrzeuge, die weniger als 25 km/h fahren. Da dies am ehesten auf Traktoren zutrifft, ist ein solcher abgebildet. Dennoch scheint das Schild häufig falsch oder gar als Aufforderung verstanden zu werden, jeden Traktor zu überholen.

Traktoren dürfen überholt werden, aber:

Es gibt keine Pflicht, jeden Traktor zu überholen. Und nicht jedes Fahrzeug mit unterschiedlich großen Rädern ist ein Traktor. Außerdem sollte die Straße frei und die Stelle für ein Überholmanöver geeignet sein. Was viele übersehen: Moderne Traktoren fahren deutlich schneller als 25 km/h. Sie dürfen das, und sie machen auch kein Geheimnis daraus. Denn wie schnell ein Traktor fahren kann, zeigt das kleine Schild am Heck an. Dort steht häufig „40“ oder gar „50“. Folglich dürfen diese dann nicht überholt werden.

Temposchild an Traktorheck
Das kleine runde Schild zeigt an, wie schnell der Traktor fahren kann. Quelle: agrarheute

Ein überholtes Verkehrsschild ...

Traktoren, auf die das Schild zutrifft und die überholt werden dürfen, haben vor 50 Jahren das Straßenbild geprägt. Heutzutage sind sie kaum noch im Einsatz. Und wenn, dann wird damit höchstens noch der Kaffee auf’s Feld gebracht. Viele von diesen Oldtimern sind daran zu erkennen, dass sie über keine feste Fahrerkabine verfügen.

Moderne Traktoren hingegen sind beinahe so schnell wie Lkw und haben ähnliche Ausmaße wie eine Sattelschlepper-Zugmaschine. Entsprechend schlecht ist für den nachfolgenden Autofahrer die Sicht nach vorne. Bleibt festzuhalten: Moderne Traktoren lassen sich nicht so einfach überholen wie ihre Oldtimer-Trecker-Kollegen.

... provoziert gefährliche Situationen.

Die Fehldeutung des Schildes und das Fehlverhalten der Autofahrer führen häufig zu riskanten Situationen. So erleben Traktorfahrer regelmäßig, dass Autofahrer an den ungeeignetsten Stellen zum Überholen ansetzen und dabei Tempo und Dimensionen des „Treckers“, der samt Anhänger auch mal 15 Meter lang sein kann, komplett unterschätzen. Weil Traktorfahrer solche Situationen fürchten, fahren sie entsprechend aufmerksam. Und nicht selten müssen mit ihrem tonnenschweren Gespann eine Vollbremsung hinlegen. Andernfalls können die Autofahrer nicht mehr rechtzeitig vor ihnen wieder einscheren und knallen in den Gegenverkehr.

Dennoch gehen solche Überholmanöver manchmal schief, werden Menschen schwer verletzt oder getötet. So plädiert der Kempersbuur dafür, das Schild endlich abzuschaffen. Auch vielen anderen Landwirten dürfte er damit aus der Seele sprechen.

 

 

 


Foto: Alexander Limbach

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Autobahnbaustellen

Rund 13.000 Kilometer Autobahn und 40.000 Kilometer Bundesstraße stehen in Deutschland zur Verfügung – eines der dichtesten Fernstraßennetze Europas. Dicht – diesen Eindruck teilen auch alle, die dieses Netz regelmäßig nutzen. 2018 gab es 866 Autobahnbaustellen in Deutschland, wie eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion ergab. Sie waren im Schnitt gut 3 Kilometer lang und behinderten jeweils 253 Tage den Verkehrsfluss. Änderung in Sicht? Wohl eher nein.

Kritiker werfen dem Bundesverkehrsministerium Fehlplanung vor: Modernisierungsstau, mangelnde Koordination, zu lange Bauphasen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) hingegen verweist auf ihrer Website darauf, dass einerseits steigender LKW-Verkehr und seine hohen Achslasten das Bundesfernstraßennetz stark beanspruche und andererseits nur begrenzte Investitionsmittel zur Verfügung stünden, um die Straßen für aktuelle aber auch künftige Anforderungen fit zu machen. Neben dem Klimawandel, der den Asphalt im Sommer teilweise schon heute zum Schmelzen bringt, kommen da z.B. auch die tonnenschweren batteriegespeisten Elektroautos ins Spiel.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sie bereits in wenigen Jahren und in millionenfacher Zahl die Verbrenner ablösen. In der Fahrbahnbelastung dürfte dieser Wandel ebenfalls seine Spuren hinterlassen. So sind also auch neuartige Baustoffe und -verfahren gefragt, die diesen Erfordernissen Rechnung tragen. Dass die Erhaltung und Modernisierung dringend erforderlich sind, bezweifelt niemand. Aber ein paar Fragen bleiben dennoch.

Geisterbaustellen

Dass Baustellen teilweise wie ausgestorben wirken, kann verschiedene Ursachen haben und muss nicht zwangsläufig Ergebnis von Fehlplanung sein.

Faktor Baumaterialien:
Asphalt wird bei einer Temperatur von 260 Grad Celsius verarbeitet und braucht mehr als einen Tag zum Abkühlen. Andere Materialien benötigen ebenfalls Zeit zum Abbinden. So muss Gussbeton z.B. 28 Tage ruhen, bevor die Arbeiten weitergehen können.

Faktor Streckenbeschaffenheit:
Eine Baustelle lässt sich nicht an jeder beliebigen Stelle einrichten. Denn der Mittelstreifen, der überquert werden muss, um den Verkehr auf die andere Fahrbahn umzuleiten, ist nicht durchgängig dazu geeignet. So kann es je nach Lage der für den Seitenwechsel geeigneten Stelle erforderlich sein, den Verkehr bis zu zwei Kilometer vor oder nach dem eigentlichen Baustellenabschnitt auf die Ausweichfahrbahn zu führen. Dadurch entsteht der Eindruck, man würde unnötig parallel zu einem völlig intakten Streckenabschnitt fahren.

Dauerbaustellen

Bei manchen Baustellen stellt sich die Frage, weshalb dort nicht auch an den Wochenenden oder im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet wird. Ein gängiges Argument ist, dass Nacht- und Wochenendzuschläge die Baukosten in die Höhe treiben.

Wie sich in Simulationen jedoch gezeigt hat, ist der volkwirtschaftliche Schaden durch längere Fahrzeiten auf stark genutzten Strecken deutlich höher als die Mehrkosten durch Nacht- und Wochenendarbeit. Infolgedessen wird an größeren Autobahnbaustellen inzwischen auch rund um die Uhr gearbeitet. Auf Autobahnen im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen finden fast die Hälfte aller kürzeren Bauarbeiten nachts oder am Wochenende statt.

Doch nicht immer und überall lässt sich alles per Nacht- und Wochenendarbeit erledigen. Schutz der Anwohner vor nächtlichem Baustellenlärm oder Vermeidung von zusätzlicher Staugefahr durch Baustellenlieferverkehr etwa zur Hauptreisezeit sind Faktoren, die ebenfalls eine Rolle spielen. So müssen z. B. für die Erneuerung von einem Kilometer Autobahn bis zu 200.000 Tonnen Sand, Kies und Asphalt transportiert werden. Das entspricht mehr als 10.000 Lkw-Fahrten. Darüber hinaus fehlt es manchmal auch schlicht an Arbeitskräften.

Kapazitätsprobleme

Wie nahezu überall im öffentlichen Dienst führt Personalmangel zu Kapazitätsproblemen. So stehen die Planungsbehörden vor der Aufgabe, mit immer weniger Mitarbeitern immer mehr Projekte realisieren zu müssen. Wenn Mitarbeiter in großer Zahl die Altersgrenze erreichen und in den Ruhestand wechseln und junge Fachkräfte die Industrie dem Öffentlichen Dienst vorziehen, führt das zu Engpässen, die es mitunter auch beim Baumaterial gibt. Die Folge: Alles dauert entsprechend länger.

Stau am Bau

Schneller aushärtende Materialien, eine effizientere digitale Logistikplanung. Es gibt durch aus ein paar Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um die Bauphasen zu beschleunigen. Problem dabei: Auf der Baustelle läuft vieles nach wie vor auf altbewährte Weise – mündlich und per Bleistift und Papier.

Doch wenn der Informationsfluss zwischen den Projektbeteiligten nicht durchgängig ist, können sich schon kleine Störungen zu großen Hindernissen aufschaukeln. Das kann sich dann negativ auf Fertigstellungstermin und -qualität auswirken. Gerät z.B. die Asphaltanlieferung ins Stocken, behindern die wartenden Lkw nicht nur den Verkehrsfluss. Auch der abgekühlte Asphalt lässt sich nicht mehr optimal verarbeiten, was die Lebensdauer der Fahrbahndecke beeinträchtigt. So ist in Baden-Württemberg bei Straßenbauprojekten die elektronische Vernetzung entlang der Asphaltlieferkette bereits Pflicht.

Baustelleninformation

Jeder kennt sie inzwischen: Smiley-Schilder. Die Strichpunktgesichter, die von traurig bis grinsend entlang der Baustellenstrecke postiert sind. Sie sollen über die Länge hinwegtrösten. Auf Strecken, für die jegliche Form der Ablenkung zu riskant wäre, sucht man sie indes vergeblich.

Von akuten Fällen abgesehen, wird im Internet mit mindestens 14 Tagen Vorlauf über Autobahnbaustellen informiert. Auf der Website der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) lassen sich sämtliche Baustellen bundesland- und autobahnbezogen recherchieren.

Navigationsgeräte und -Apps berücksichtigen bei der Routen- und Fahrzeitberechnung inzwischen ebenfalls Baustelleninformationen. Bisher haben auch Radio und Zeitung zuverlässig zu Baustellen informiert. Doch mit Blick auf die Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit webbasierter Angebote hat z.B. der Deutschlandfunk zum 01.02.2020 seine Verkehrsmeldungen eingestellt. So findet der Stau am Gambacher Kreuz nicht mehr im Radio statt, sondern lässt sich idealerweise routenoptimiert per Navi oder Smartphone-App umfahren.

Wer die aus dem Radio vertrauten Namen von Autobahnausfahrten und Anschlussstellen noch einmal hören möchte: Deutschlandfunk-Chefsprecher Gerd Daaßen hat sie hier noch einmal ein eingesprochen.

Spurbreite versus Fahrstreifenanzahl

„Im Bereich von Arbeitsstellen ist grundsätzlich die vorhandene Anzahl der Fahrstreifen zu erhalten. In Ausnahmefällen kann von dieser Regelung abgewichen werden, wenn kein Stau zu erwarten ist.“ (Leitfaden zum Arbeitsstellenmanagement auf Bundesautobahnen, Version Mai 2011; Bundesministerium Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)

So weit die Theorie. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass eine linke Spur, die nur noch 2,5 Meter breit ist, auch für moderne Kleinwagen schon recht eng ist, rechnet man noch die jeweils 25 cm Sicherheitsabstand rechts und links hinzu. Um Rempler zu vermeiden, sind Nutzer der linken Spur gut beraten, versetzt zu den Fahrzeugen der rechten Spur zu fahren. Entsprechende Schilder weisen darauf hin. Geht das schief, ist auch hier Stau unweigerlich die Folge.

Wenn vor einer Baustelle die Spurführung von drei Spuren auf zwei oder gar eine verengt wird, wirkt sich das direkt auf die Fließgeschwindigkeit des Verkehrs aus. Aber unter Umständen fließt der Verkehr auf zwei breiteren Spuren entspannter als auf drei schmalen.

Faktor Fahrer

Um es mit dem Kabarettisten Gerhard Polt zu sagen: „Das Problem san die Menschen.“ Unangepasste Geschwindigkeit, falsches Timing beim Reißverschlussverfahren, zu starkes Abbremsen, zu dichtes Auffahren oder zu großer Abstand – gerade bei engen Baustellenabschnitten können diese Verhaltensweisen zu Stau führen. Wer das Geschehen auf der Baustelle interessierter verfolgt als das vor ihm auf der Fahrbahn, stellt ebenfalls eine Staugefahr dar. Nicht jedes Fahrzeug ist bereits mit einem Stauassistenten ausgestattet, das Auffahrunfälle in solchen Situationen zu vermeiden hilft.

Ausblick

Laut Bundesverkehrsministerium sind gut ein Drittel der Bundesstraßen und mehr als 15 Prozent der Autobahnen in schlechtem Zustand. Die von ihr beauftragte Expertenkommission kam zu dem Schluss, dass neben den laufenden Kosten für Erhalt und Betrieb noch bis Ende der 2020er-Jahre rund 2,7 Milliarden Euro an Zusatzinvestitionen in die Straßen nötig sind. Und zwar pro Jahr. Ob da die Kosten für das Mautdesaster schon eingerechnet sind?

 

 

 


Foto: hykoe

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Änderungen für Verkehrsteilnehmer

Höhere Strafen, strengere Emissionswerte, veränderte Typklassen, neue Verkehrsschilder … Auch 2020 hält wieder einige Veränderungen für Menschen unterwegs bereit. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Höhere Bußgelder

Rettungsgassen-Blockierer

Wer bei Bildung der Rettungsgasse pennt, muss derzeit mit 200 € Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Künftig droht zusätzlich noch ein Monat Fahrverbot. Wer die Rettungsgasse dreist als Gelegenheit für das eigene Fortkommen missbraucht, riskiert künftig mindestens 240 € Bußgeld, einen Monat Fahrverbot sowie zwei Punkte in Flensburg.

Falschparker

Zweite-Reihe-Parker müssen künftig mit 55 € Bußgeld rechnen (bisher waren 15 bis 20 € fällig.) Kommt es dabei zu einer Behinderung, werden daraus auch ganz schnell 70 € und ein Punkt in Flensburg. Geh- und Radwege zu blockieren, war noch nie eine gute Idee. Doch demnächst kommt sie noch teurer zu stehen: bis zu 100 € und ggf. auch Punkte in Flensburg können künftig die Quittung dafür sein. Auch der 3-Minuten-Halt auf dem Schutzstreifen wird nicht mehr geduldet.

Blitzer-Apps auf Smartphones

Fehlte hierzu bisher eine eindeutige Regelung, so gilt laut Straßenverkehrsordnung (StVO) künftig: Apps auf Smartphones und Navis, die auf Blitzer hinweisen, sind genauso – wie Radarwarner – verboten: Wer erwischt wird, muss mit 75 € Geldbuße und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Besserer Schutz für Radfahrer und Fußgänger

Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen

Um das häufig tödliche Risiko rechtsabbiegender Lkw für Radfahrer und Fußgänger weiter zu mindern, dürfen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (Lkw, Busse etc.) beim Rechtsabbiegen innerorts künftig nur mit Schrittgeschwindigkeit (7-11 km/h) fahren. Wer sich nicht daran hält, muss mit 70 € Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Größerer Abstand beim Überholen von Radfahrern

Bisher war in der StVO nur ganz allgemein von ausreichendem Abstand die Rede. Ab 2020 gilt: Kraftfahrzeuge müssen beim Überholen von Radfahrern, Fußgängern und E-Scootern mindestens 2 Meter Abstand halten (innerorts: 1,5 Meter).

Parkverbote vor Kreuzungen

Wenn ein Radweg parallel zur Straße verläuft, soll beim Parken ein größerer Abstand vor Kreuzungen und Einmündungen eingehalten werden. Voraussetzung dafür: Der Radweg ist durch ein Verkehrszeichen als solcher gekennzeichnet.

Neue Verkehrsschilder

Überholverbot

Dort, wo es ohnehin schon eng zugeht, soll ein neues Verkehrsschild künftig für mehr Sicherheit sorgen: Das „Überholverbot von Zweirädern“ verbietet Kraftfahrzeugen, Fahrräder und motorisierte Zweiräder zu überholen.

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Quelle: BMVI

Fahrgemeinschaften

Mit diesem Schild können Kommunen künftig Busspuren kennzeichnen, die für Pkw freigegeben sind, wenn diese mit mindestens drei Personen besetzt sind.

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Quelle: BMVI

Carsharing-Parkplätze und -Plaketten

Autos, die für Carsharing genutzt werden, sollen künftig eigene Parkplätze ausgewiesen erhalten. Diese sind mit dem folgenden Symbol gekennzeichnet. Um auf einem Carsharing-Parkplatz stehen zu dürfen, muss an der Windschutzscheibe des Fahrzeugs ein entsprechender Aufkleber/Ausweis platziert sein.

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Verkehrszeichen Carsharing Plakette 169FullWidth d3439142 1644622

Quelle: BMVI

Grüner Pfeil für Radfahrer

Den grünen Pfeil, rechts neben Ampeln platziert, der das Rechtsabbiegen trotz Rotlichts erlaubt, gibt es schon länger (wenngleich es sich noch nicht zu allen rumgesprochen zu haben scheint.) Die neue Variante dieses Hinweisschildes erlaubt das Rechtsabbiegen ausschließlich Radfahrern.

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Quelle: BMVI

Parkfläche für Lastenräder

Die robusten zweirädrigen Gefährte zum Waren- oder Kindertransport werden immer beliebter. Das neue Symbol „Lastenfahrrad“ kann künftig Parkflächen und Ladezonen kennzeichnen, die für diese Zweiräder reserviert sind.

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Quelle: BMVI

Fahrradzonen

Dieses Schild können Kommunen künftig aufstellen, um Zonen zu kennzeichnen, die nur für Radfahrer erlaubt sind. Gibt ein Zusatzschild die Zone auch für andere Verkehrsteilnehmer frei, gilt dennoch: nicht schneller als 30 km/h.

stvo novelle 5 fahrradzone

Quelle: BMVI

Nebeneinanderfahrende Radfahrer

Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern soll künftig ausdrücklich erlaubt sein, wenn der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Die bisherige Formulierung stellt das Hintereinanderfahren in den Vordergrund und war daher missverständlich.

Emissionen – realistischere Messverfahren und strengere Grenzwerte

Ab 1.1.2020 müssen Neuwagen nach der europäischen CO2-Gesetzgebung an Bord den realen Verbrauch ermitteln. Diese OBFCM-Geräte (On-Board Fuel Consumption Meter / bordeigenes System zur Verbrauchsmessung) sind für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge vorgeschrieben. Ebenfalls ab Januar 2020 gilt eine verschärfte Schadstoff-Emissionsmessung. Alle neu typgenehmigten Modelle dürfen im RDE-(Real Driving Emissions)-Test – dem Test unter realen Fahrbedingungen – höchstens das 1,5-fache des Laborgrenzwertes bei Stickoxiden (NOx) erreichen. Dies sind maximal 120 Mikrogramm pro Kilometer. Ab 1.1.2021 gilt dieser Wert dann EU-weit für alle neuzugelassenen Modelle.

Änderungen bei Typklassen der Kfz-Versicherung

Rund elf Millionen Autofahrer bekommen 2020 Post von ihrer Kfz-Versicherung. Diese informiert sie über die Veränderung ihrer Kfz-Typklasse. Rund 4,6 Mio. dürfen sich über eine günstigere Einstufung freuen. Die übrigen 6,5 Millionen Fahrzeughalter hingegen müssen mit höheren Beiträgen rechnen.

2020: HU-Termin für Kfz mit blauer TÜV-Plakette

Für Fahrzeuge mit blauer Plakette auf dem Kennzeichen dräut 2020 mal wieder die Stunde der Wahrheit: Die TÜV-Hauptuntersuchung steht an. Wer sie anstandslos absolviert, erhält eine braune Plakette und muss erst 2022 wieder vorstellig werden.

Steuervorteile für Firmenwagen

Pauschal nur mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises muss der privat genutzte Firmenwagen versteuert werden. Vorausgesetzt, es handelt sich um ein Elektroauto und hat nicht mehr als 40.000 € gekostet. Für Plug-in-Hybride mit einer rein elektrischen Reichweite von mindestens 40 km gilt ein Steuersatz von 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises. Firmenwagen mit konventionellem Antrieb (Verbrennungsmotor) hingegen sind weiterhin mit 1 Prozent des Bruttolistenpreises zu versteuern.

Hohe Sonderabschreibung für Lieferfahrzeuge mit E-Antrieb

Transporter mit Elektromotor der Fahrzeugklassen N1 und N2 bis max. 7,5 Tonnen können von 2020 an bis Ende 2030 zu besonders hohen Sätzen abgeschrieben werden. Im Anschaffungsjahr soll die Sonderabschreibung 50 % des Anschaffungspreises betragen und neben der regulären linearen Abschreibung für Abnutzung anwendbar sein. Einzige Voraussetzung: der Nachweis, dass das Fahrzeug als Firmenwagen genutzt wird.

Überarbeitete Ladesäulenverordnung

Ein für den Sommer 2020 geplanter Gesetzentwurf soll die Rahmenbedingungen für einfachere Bezahl- und Roaming-Systeme für das Fahrstromzapfen in Europa schaffen. Bereits im Frühjahr 2020 sollen Tankstellen in Deutschland neben Zapfsäulen für Benzin, Diesel und Erdgas auch Ladepunkte für Strom bereitstellen.

Bahnfahren wird (teilweise) günstiger.

Bahnfahrten im Fernverkehr werden 2020 vermutlich nicht pünktlicher, aber günstiger. Der reduzierte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent auf Ticketpreise für Fahrten bis 50 km gilt künftig auch für Fahrten über mehr als 50 km (bisher 19 Prozent).

Bepreisung von CO2-Emissionen

Mit dem Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen zu verringern, sollen sie kostenpflichtig werden. Der CO2-Preis verteuert fossile Heiz- und Kraftstoffe. Das soll Bürger und Industrie dazu anregen, deutlich stärker auf klimafreundliche Technologien zu setzen. War beginnend mit dem Jahr 2021 zunächst ein Preis von 10 € pro Tonne CO2 vorgesehen, der bis zum Jahr 2025 auf 35 € je Tonne steigen sollte, so hat sich die Große Koalition in Nachverhandlungen inzwischen auf einen Einstiegspreis von 25 € verständigt. Hierdurch wird sich z.B. Benzin um 8 Cent je Liter verteuern.

Höhere Pickerlpreise in Österreich

Nachbarland Österreich hebt die Preise für die für die Benutzung seiner Autobahnen und Schnellstraßen an. Der Preisanstieg entspricht der gesetzlich vorgeschriebenen Inflationsanpassung von durchschnittlich 2,1 Prozent. So kostet die Jahresvignette für Pkw künftig 91,10 € (Motorräder 36,20 €), die Zwei-Monats-Version 27,40 € (Motorräder 13,70 €) und die 10-Tages-Version 9,40 € (Motorräder 5,40 €). Zum 1. Januar 2020 gibt es auch eine eigene Mautkategorie für Lkw mit reinem Elektro- oder Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb mit ermäßigten Tarifen. Übrigens: Seit November 2019 gilt auch in Österreichs Restaurants, Bars und Diskotheken striktes Rauchverbot.  

Jahresvignette für die Schweiz teurer

Wer eine Jahresvignette für die Schweiz braucht, muss jetzt 38 Euro berappen (1,50 € mehr als bisher). Ursache ist der ungünstigere Wechselkurs. In Landeswährung kostet die Vignette unverändert 40 Franken.

 

 

 


Foto: Valentin Valkov

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Mit psychischen Unfallfolgen klarkommen

Rund 1,96 Millionen Mal hat es zwischen Januar und September 2019 auf deutschen Straßen geknallt. Zumindest so oft wurde die Polizei zu Verkehrsunfällen gerufen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Einsätze um ein halbes Prozent. Gleichzeitig verringerte sich jedoch die Zahl der Unfälle mit Todesopfern um 4 Prozent. Insgesamt verloren 164 Menschen weniger ihr Leben als im selben Zeitraum 2018 - ein Rückgang um 6,6 Prozent. Rückläufig war auch die Zahl der bei einem Verkehrsunfall Verletzten. Sie sank um 4,3 Prozent auf 287.700. Trotz des positiven Trends bleibt es noch ein langer Weg Richtung Vision Zero. Und für die Unfallopfer und -Beteiligten oftmals ein schwerer zurück in die Normalität.

Der Statistik zufolge sind bei einem Verkehrsunfall mit Todesfolge im Schnitt 113 Menschen betroffen: Unfallbeteiligte, Ersthelfer, Zeugen und Einsatzkräfte und Angehörige. Körperliche Verletzungen sind das eine. Aber was ist mit den seelischen Verletzungen, wenn sich das Erleben des Unfalls und die Bilder vom Unfallort ins Gedächtnis einbrennen und traumatisieren?

Psychische Unfallfolgen

Ängste, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten sind eine häufige Folge solcher Erfahrungen und als Belastungsreaktion zunächst normal. Wenn sie jedoch nicht abnehmen oder gar heftiger werden, besteht die Gefahr, dass die Betroffenen Schaden nehmen und psychisch erkranken. Sich einzugestehen, Hilfe zu brauchen, ist ein wichtiger erster Schritt und hat nichts mit dem Eingeständnis von Schwäche zu tun. Und je eher man sich dazu entschließt desto besser.

Wenn professionelle Hilfe unumgänglich ist

Schneller und unbürokratischer Zugang zu professionellen Hilfsangeboten kann beitragen, die psychischen Folgen traumatisierender Erlebnisse zu mindern oder gar zu vermeiden. Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Verkehrsunfallopferhilfe Deutschland e.V. (VOD) das Online-Portal hilfefinder.de entwickelt.

hilfefinder.de

Das Portal hält umfassende Informationen zu psychischen Unfallfolgen und entsprechenden Hilfsangeboten bereit. So können Betroffene hier u.a. mit Hilfe eines Trauma-Checks prüfen, ob sie Belastungssymptome aufweisen und welche Maßnahmen für sie hilfreich sein könnten. Mit Postleitzahlen-gestützter Suchfunktion lassen sich Institutionen in der Nähe ermitteln, die in der Regel schnell und kostenfrei Hilfe anbieten.

Betroffenen schnell zu helfen, ist das eine Ziel. hilfefinder.de möchte aber auch Behandelnde für das Thema psychische Unfallfolgen sensibilisieren. So hält das Portal außerdem vertiefende Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten, rechtlichen Aspekten und zu Forschungsprojekten zu psychischen Unfallfolgen bereit.

Notfallseelsorge

Menschen in akuten Notsituationen zur Seite steht auch die Notfallseelsorge. Seit Ende der 1990er-Jahre tut sie dies, professionell und überkonfessionell. Über die örtlichen Notfallzentralen organisiert, ist sie durch den Notarzt/Rettungsdienst oder Einsatzleiter von Polizei und Rettungsdienst jederzeit erreichbar. Dort sind entsprechende Rufbereitschaften fest installiert, die für schnelle und unkomplizierte Hilfe Sorge tragen.

Perspektiven der Betroffenheit

„tipp – tipp – tot.“ Dieses und andere Plakatmotive kennt vermutlich jeder, der in Deutschland regelmäßig die Autobahnen nutzt. Großformatige Appelle, die landauf landab die Pisten säumen und für einen verantwortungsvollen Fahrtstil werben. Sie warnen vor fatalen Angewohnheiten wie Smartphone-Nutzung am Steuer, Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkohol, dem anderen altbekannten „Serienmörder“ im Straßenverkehr. Ob und wie die Botschaft dieser mitunter auf Schock setzenden Motive beim Betrachter ankommt und Wirkung erzielt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Verantwortung für sich selbst und für andere

Außer Frage steht jedoch, dass selbst kürzeste Momente der Unachtsamkeit, des Leichtsinns und der Selbstüberschätzung viele Leben zerstören, zumindest aber massiv belasten können: das des Verursachers, der Opfer und ihrer Angehörigen. Aber auch das der Einsatzkräfte und Helfer. Denn die, die sich den Job ausgesucht haben, bei Unfällen schnellstmöglich vor Ort zu sein und bestmöglich zu helfen, sind ebenfalls nicht vor seelischen Verletzungen gefeit. Etwa, wenn sie bei Einsätzen ein Bild des Grauens vorfinden und sich ihnen nur eine Frage stellt: Warum. Dann hilft auch ihnen keine Routine und keine professionelle Distanz.

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Foto: Kzenon

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